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Begriffserklärung und Aufbau

Die Genealogie unterscheidet zwei verschiedene Forschungsgebiete: Zum einen die Vorfahren-, Ahnen-, oder Aszendenz-, zum anderen die Nachfahren- oder Deszendenzforschung [1]. Beide gehen von einer Person, dem Probanden, aus und versuchen, seine Vor- bzw. Nachfahren zu ermitteln. Der Begriff "Stammbaum" wird meist für beide Gebiete benutzt, bezeichnet aber genau genommen nur die Darstellung der männlichen Nachfahren einer Person. Eine Kombination der beiden Gebiete ist die Verwandtschaftsforschung; es werden dabei sowohl die Ahnen des Probanden als auch die Nachfahren einiger oder aller Ahnen erforscht.

Der Verwandtschaftsgrad gibt an, wie nahe zwei Personen miteinander verwandt sind. (Mit Verwandtschaftsgrad ist hier der biologische gemeint. Der juristische Verwandtschaftsgrad ist bei Geschwistern jeweils um 1 höher als der biologische.) Verwandte 1. Grades einer Person sind die Eltern, Geschwister und Kinder; Verwandte 2. Grades sind die Großeltern, Geschwister der Eltern (Onkel und Tanten), Stiefgeschwister des Probanden, Kinder der Geschwister (Neffen und Nichten) und Enkel; Verwandte 3. Grades sind die Urgroßeltern, Geschwister der Großeltern (Großonkel und Ätanten), Stiefgeschwister der Eltern, Kinder von Onkel und Tanten (Cousins und Cousinen/Vettern und Basen), Kinder der Stiefgeschwister, Enkel der Geschwister und Urenkel. (Als Geschwister sind hier nur jene Kinder gemeint, die Vater und Mutter gemeinsam haben. Stiefgeschwister, die aus einer anderen Beziehung des Vaters oder der Mutter stammen, haben jeweils einen um 1 höheren Verwandtschaftsgrad.)

In diesem Buch habe ich versucht, neben meinen Ahnen alle Verwandten (und gegebenenfalls Lebenspartner), die im 1., 2. und 3. Grad mit mir, meinen Eltern und Großeltern verwandt sind, zu verzeichnen. Gelegentlich habe ich auch einige Verwandte höheren Grades ergänzend aufgeführt, wenn sich diese leicht aus den Quellen bestimmen ließen. In einem eigenen Kapitel habe ich einige umfangreichere Nachfahrenlisten zusammengestellt.

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Kennzeichnung der Verwandtschaftsliste

Die Verwandtschaftsliste besteht aus der Ahnenliste des Probanden bis zur 5. Generation und den Nachfahrenlisten der in der Ahnenliste aufgeführten Ahnen. In der Ahnenliste erhält der Proband die Nummer 1, sein Vater die Nummer 2, seine Mutter die Nummer 3, seine Großeltern die Nummern 4 bis 7 usw. bis zur 5. Ahnengeneration. Der Vater bekommt also immer die doppelte Nummer seines Kindes, die Mutter die doppelte Nummer plus 1. In der n. Generation gibt es 2 hoch n Personen, wobei der Proband als Generation 0, die Eltern des Probanden als Generation 1 usw. gezählt werden. Die n. Generation geht von der Nummer 2 hoch n bis (2 hoch n+1)-1 (= theoretische Gesamtzahl aller Ahnen bis zur n. Generation). So geht z.B. die 5. Generation von Nummer 32 (= 2 hoch 5) bis 63; insgesamt sind es 63 Ahnen, davon 32 in der 5. Generation. (Durch den Ahnenimplex, d.h. das Vorkommen desselben Ahnen an verschiedenen Stellen der Ahnenliste - wenn also zwei Ahnen die gleichen Eltern oder Elternteile haben -, würde sich die Anzahl entsprechend reduzieren.)

Die Kennzeichnung der Verwandten setzt sich aus aus Zahlen und Buchstaben zusammen, die durch einen Gedankenstrich getrennt sind. Die Zahlen beziehen sich dabei auf die Vorfahren aus der Ahnenliste. Alle Kinder einer Person werden aufsteigend nach Geburtsdatum sortiert (soweit bekannt oder abschätzbar, sonst keine Sortierung) und mit Kleinbuchstaben der Reihe nach benannt. Diesem Buchstaben wird die Kennzeichnung des Vaters bzw. der Mutter vorangestellt. Haben beide Eltern eine Kennzeichnung, wird diejenige, die alphabetisch sortiert zuerst kommt, genommen; die Kinder werden dann nur an dieser einen Stelle aufgeführt. Hat ein Elternteil noch keine eigene Kennzeichnung (ist also nicht verwandt mit dem Probanden), erhält er die Kennzeichnung seines Partners, der die Nummer der Ehe (die Eheziffer) angehängt wird. Nichteheliche Beziehungen werden wie Ehen behandelt und nummeriert; statt des Hochzeitsdatums wird das Geburtsdatum des unehelichen Kindes zur Einordnung dieser Beziehung benutzt. Stammen die Kinder aus verschiedenen Beziehungen, wird zwischen dem Buchstaben der Kinder und der Kennzeichnung des Vaters bzw. der Mutter die Eheziffer eingefügt, falls sie größer als 1 ist. Besteht eine Nachfahrenkennzeichnung aus mehr als vier Buchstaben, wird nach dem vierten Buchstaben noch ein Punkt eingefügt.

Beispiel: Aus der ersten Ehe eines Mannes stammen sechs Kinder; sie erhalten die Buchstaben a bis f. Falls der Vater die Kennzeichnung <14-ab> hat, bekommt die Mutter die Kennzeichnung <14-ab1>. Den Buchstaben der Kinder wird 14-ab vorangestellt; die komplette Kennzeichnung der Kinder lautet also <14-aba> bis <14-abf>. (Hätte die Mutter die Kennzeichnung <8-cb>, so würde diese den Buchstaben der Kinder vorangestellt.) Die Kennzeichnung <12-bec> bedeutet: Das dritte Kind (c) des fünften Kindes (e) des zweiten Kindes (b) des Ahnen 12. Die dritte Frau dieses Nachfahren erhält die Kennzeichnung <12-bec3>. Das 4. Kind aus der dritten Ehe wird mit <12-bec3d> gekennzeichnet.

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Kennzeichnung der Ahnenlisten

Die schon beschriebene Ahnenbezifferung ist in dezimaler Form für eine umfangreiche Ahnenliste völlig ungeeignet, da aus ihr nur die Generationszugehörigkeit ablesbar ist. Deshalb werden hier die Vorfahren in Ahnenreihen dargestellt und gekennzeichnet. In zeitlich absteigender Reihenfolge stehen in einer Ahnenreihe immer nur die Eltern des Ahnenreihenprobanden, dann die Eltern des Vaters, des Großvaters usw.

Am Beginn der Ahnenreihen steht die des Probanden der gesamten Ahnenliste; sie erhält die Familienkennzeichnung (FKZ) <0>. Die Ahnenpaare werden, beginnend mit dem jüngsten, mit einem Buchstaben, der Generationenkennzeichnung (GKZ), alphabetisch gekennzeichnet. (Falls es mehr als 25 Ahnenpaare in einer Ahnenreihe gibt, ist ab Paar 26 die GKZ zweistellig von ZA bis ZY, ab Paar 51 von ZZA bis ZZY.) Ausgangspunkt aller anderen Ahnenreihen ist immer eine Frau (Ahnenreihenprobandin, APR). Die Familie einer Ahnenreihenprobandin erhält keine eigene Ahnenreihe, falls nur die APR selbst bekannt ist. Die FKZ der Familie einer APR besteht aus der FKZ der Ahnenreihe, in der die APR und ihr Mann verzeichnet sind, und der GKZ ihres Mannes, die am Ende angehängt wird. (Falls die FKZ ihres Mannes <0> ist, wird diese FKZ weggelassen.) Bei jeder APR, für die es eine eigene Ahnenreihe gibt, ist hinter ihrem Namen ein Verweis mit der FKZ ihrer Ahnenreihe in spitzen Klammern angegeben. Die Kennzeichnung der APR selbst besteht aus der FKZ der Familie ihres Mannes, der durch einen Bindestrich getrennt die GKZ des Mannes und eine 0 angehängt wird. Weitere Frauen eines Ahnen, die nicht zu den Vorfahren gehören, erhalten die FKZ und GKZ ihres Mannes, der die Eheziffer angehängt wird. (Auch hier werden nichteheliche Beziehungen wie Ehen behandelt und nach dem Geburtsdatum des Kindes eingeordnet.) Beispiel: <ABBC-D0> ist die Frau des Ahnen <ABBC-D> und selbst eine Vorfahrin des Probanden. <AABF-D3> ist die 3. Frau des Ahnen <AABF-D>, aber selbst keine Vorfahrin.

Bei Ahnengleichheit, wenn also zwei Ahnen die gleichen Vorfahren haben, werden die Ahnenreihen dieser Vorfahren nur bei dem Ahnen wiedergegeben, der die kürzere FKZ hat; sind die FKZ der beiden Ahnen gleichlang, werden die Vorfahren nur bei dem Ahnen wiedergegeben, dessen FKZ alphabetisch sortiert zuerst kommt.

Die Ahnenreihen sind in der Reihenfolge der alphabetisch sortierten FKZ wiedergegeben. In den Überschriften sind nach der FKZ der Familienname und in spitzen Klammern ein Verweis mit dem Familiennamen, unter dem die Ahnenreihenprobandin zu finden ist, angegeben. Da sich die Kennzeichnung der Familie aus der FKZ der Familie des Mannes der Ahnenreihenprobandin und dessen einstelliger GKZ zusammensetzt, ist die Probandin innerhalb der Ahnenreihe ihres Mannes leicht unter dem letzten Buchstaben ihrer FKZ zu finden. Beispiel: Ahnenreihe "AACBA: Dinkel <Armbruster>". Die Probandin der Ahnenreihe findet sich in der Ahnenreihe Armbruster mit der FKZ "AACB" unter der GKZ "A" (letzter Buchstabe der FKZ "AACBA").

Die beschriebene Ahnenkennzeichnung erlaubt es ohne jeden Mehraufwand, Teilahnenlisten zu bilden. Beginnen mehr als zehn Ahnenreihen mit demselben Buchstaben, werden diese zu einer Teilahnenliste zusammengefasst und in einem eigenen Abschnitt dargestellt. Da der erste Buchstaben aller Ahnenreihen dieser Teilahnenliste gleich ist, dient er als Ahnenlistenkennzeichnung (AKZ), die durch einen Punkt von der FKZ abgetrennt wird. Eine Teilahnenliste wird weiter aufgeteilt, falls sich in ihr mehr als zehn Ahnenreihen befinden, die nach der AKZ mit dem gleichen Buchstaben beginnen. Besteht eine Teilahnenliste aus mehr als 20 Ahnenreihen, so werden die größten Teilahnenlisten ausgelagert, auch wenn sie weniger als 10 Ahnenreihen beinhalten.

Die Ahnenreihen aller Vorfahren einer Frau beginnen mit ihrer FKZ. Beispiel: Anna Maria Bär <AB-E0>, verheiratet mit Philipp Baum. (Ihr Mann ist also in der Ahnenreihe Baum mit der FKZ "AB" unter "E" zu finden.) Alle Vorfahren von ihr stehen in den Ahnenreihen, bei denen die FKZ mit "ABE" beginnt. Die Vorfahren eines Mannes stehen in jenen Ahnenreihen, deren FKZ mit seiner FKZ beginnt und deren nächster Buchstabe etweder gleich seiner GKZ ist oder im Alphabet später kommt als seine GKZ. Beispiel: Philipp Jakob Rubin <ABB-B>. Seine Ahnen sind in den Ahnenreihen, deren FKZ mit "ABB" beginnt und als 4. Buchstaben ein B, C, D, ... hat.

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Kennzeichnung der Nachfahrenlisten

Nachfahren, die im 5. Kapitel wiedergegeben sind, haben eine zweiteilige Kennzeichnung. Sie setzt sich aus der FKZ der Familie, zu der der Nachfahre gehört, der GKZ des Ahnen, der Ausgangspunkt der Nachfahrenliste ist, und der Nachfahrenkennzeichnung (NKZ) zusammen. Die NKZ ist nach dem gleichen Prinzip aufgebaut wie der aus Buchstaben bestehende zweite Teil der Kennzeichnung der Verwandschaftsliste. <AABC-ac> ist also das dritte Kind (c) des ersten Kindes (a) des Vorfahren AAB-C; dieser Vorfahre befindet sich in der Ahnenreihe mit der FKZ "AAB" an Stelle "C".

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Anmerkungen

  1. Zur Einführung in das Thema Genealogie vgl.: Wolfgang Ribbe u. Eckart Henning, Taschenbuch für Familiengeschichtsforschung, 11. Aufl., Neustadt a. d. Aisch 1995. [Zum Text]

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