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Die Familiengeschichten der Ahnenliste Schrader

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Die Familie Schrader <0>


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Ursprung der Familie Schrader

Wappen Insterburg

Die Familie stammt aus Insterburg. Das ist eine alte Garnisonsstadt; sie liegt 40 m über dem Meer an der Angerapp vor ihrer Mündung in die Inster, die nach dem Zusammenfluss als Pregel weiterfließen; 1939 hatte die Stadt 48 700 Einwohner. [1]

Insterburg

Insterburg

August Schrader <8> stammt aus einem Ort bei Gumbinnen. [2] Es gab in der Gegend schon lange Träger dieses Namens; z.B. leistete am 22. Dezember 1728 in Gumbinnen der Bäcker Johann Joachim Schrader den Bürgereid. [3] August erlernte das Schneiderhandwerk, musste aufgrund einer Handverletzung, die er sich als Rekrut zugezogen hatte, den Beruf aufgeben und wurde Postsekretär. Er war ein uneheliches Kind einer geborenen Frau Schrader <17>, die später einen Herrn Kaldinsky [4] ("alter polnischer Landadel") heiratete. Augusts Mutter erzählte ihm einmal, dass die Frau einer ihrer Vorfahren zu den Salzburger Protestanten gehörte und beschrieb ihm den Bauernhof bei Salzburg, von dem aus die Familie ausgewandert sei. [5] Bei seinen Nachforschungen in Salzburg, gemeinsam mit seiner Tochter, konnte er aber weder den Hof noch schriftliche Unterlagen finden.

August und Maria Schrader

Nach seiner Hochzeit mit Wilhelmine Kniephof <9> wohnte August in Insterburg. Von 1903 bis 1930/31 wohnte bei ihnen Wilhelmines Schwester Henriette. Mit seinen beiden Töchtern unternahm August mehrfach Reisen, z.B. 1928 und 1929 nach Freiburg i.Brsg. (St. Barbara), 1936 nach Blankenburg (Harz), 1938 nach Swinemünde.

Paul Schrader heiratete 1933 in Insterburg Friedel Köhler <5> (1913-1991) und baute dort eine eigene Gärtnerei auf, die sich in der General-Litzmann-Straße 33 (Chaussee nach Luemberg, nach dem Krieg Leningrader Straße) befand. Neben ihrem Hund Putzi hielten die Schraders auch eine Ziege.

Paul Schrader

Einmal ging Friedel in den 30-er Jahren mit Frau Hampel, die mit ihr verwandt war, in ein Insterburger Kino, um den Berliner Milieu-Film "Fritze Bollmann" anzuschauen. In einer Szene des Filmes stellt einer die Frage "Wo ist Frau Hampel?", worauf Frau Hampel im Kino laut winkend "Hallo, hier bin ich!" ausrief und damit den ganzen Saal zum Lachen brachte.

Paul gehörte zu den ersten Mitgliedern der NSDAP und hätte dadurch zu beruflichen Vorteilen kommen können, trat jedoch aus, als er merkte, mit welchen Methoden die Nazis bei ihrer Herrschaft vorgingen. Konkreter Anlass für den Austritt könnte seine ältere Schwester Maria gewesen sein, die 1927 den Textilhändler Hans Lachmanski geheiratet hatte. (Ihre Trauzeugen waren Walter Lachmanski und André Sion.) Maria wanderte 1938 mit ihrem Mann nach Philadelphia (USA) aus, da Lachmanski Jude war. Sie lebten dort unter dem Namen Lans. Hans starb 1946 in Philadelphia, Maria am 24. August 1973. Sie hatten keine Kinder. Den Großteil des Besitzes der Lachmanskis erbte die jüdische Gemeinde in Philadelphia.

Zu Beginn des 2. Weltkrieges wurde Paul eingezogen. Er war u.a. in Skandinavien (Oslo, Thoren), 1943 auch in Russland im Einsatz (dabei nahm er eine der Welpen seines Hundes Putzi mit). [6] Friedel musste die Gärtnerei alleine verwalten und die drei kleinen Kinder Willy, Ursula und Götz versorgen. Götz starb am 4. Oktober 1942 - knapp fünf Monate nach seinem ersten Geburtstag - bei einem Unfall (mit heißem Wasser?) an einer Vergiftung mit Kaliumpermanganat (Übermangansaures Kalium, Desinfektionsmittel)). Durch einen Luftangriff wurde die Gärtnerei 1943 völlig zerstört.

Paul Schrader

Nach der Evakuierung Insterburgs 1944 schickte Friedel ihre Kinder zunächst nach Netzen zu Johanna Rennert <11>, die in zweiter Ehe den Jagdaufseher und ehemaligen Berliner Polizeibeamten Otto Grunow geheiratet hatte. Dort gab es oft Wild zum Mittag, das Opa Grunow von der Jagd mitbrachte. Grunows Hunde hießen Hella und Hexe.

1946 kehrte Paul aus der Kriegsgefangenschaft zurück. In Barlt in Schleswig-Holstein wurde im Februar 1947 Hermann geboren. Die Familie zog schließlich nach Schiltach, wo sie in der Baumgartenstraße 28 wohnten. Paul betreute in Schenkenzell die Heilkräuterplantage des Kyttawerkes, Friedel arbeitete zeitweise als Aushilfe in der Küche des Gasthauses "Zum Adler". In seinem Geldbeutel trug Paul immer ein Gedicht von Edith von Sanden bei sich:

Du weißt, Herr, meiner Sehnsucht Qual,
und wie mein Herz vor Heimweh ist zerrissen,
und wie oft ich fliege über Berg und Tal
zur Heimat, ohne es zu wissen.
 
Dort wandle ich allein in stummer Trauer
und klopfe leise an des Hauses Wand.
Ich blicke hin zu jener alten Mauer,
an der ich oftmals träumend stand.
 
Ich fühl' wie einst den Abendhauch vom Walde,
ein leises Wehn nach heißem Sommertag.
Es blickt der See im Silberlicht, und balde
wird's dunkel mit dem letzten Flügelschlag.
 
Ich möchte heim, du, Herr, weißt mein Verlangen!
und wie so heiß und oft die Träne rinnt
in dunkler Nacht, wenn mich das große Bangen
zu Boden wirft. Dann hilfesuchend wie ein Kind
blick' ich hinauf zum Himmelszelt in meiner Einsamkeit.
 
Es leuchtet dort ein Stern so hell und klar zu mir herab
Er spricht von Hoffnung und von Ruh im Grab
Ich möchte heim...

Martha, zweitälteste Tochter August Schraders, blieb bis Ende 1944 in Ostpreußen. Ihr letztes Lebenszeichen stammt aus Königsberg, das sie verlassen wollte. Ihr weiteres Schicksal ist unbekannt. Sie starb vermutlich beim Angriff auf Königsberg oder beim Untergang der "Wilhelm-Gustloff" am 30. Januar 1945. Die Gustloff war das letzte Flüchtlingsschiff aus Ostpreußen.

Während des Krieges hatten die Schraders als Gehilfen einen Polen, Antoniek Dominiak, der ungefähr zehn Jahre älter war als Willy. Vor Kriegsende ließ Friedel ihn laufen, damit er nach Polen in seine Heimat zurückkehren konnte. Er nahm dabei den Hund der Schraders mit.

Im Familienkreis wurde Friedel Köhler <5>, die nach dem Tod ihres Mannes in Schiltach blieb, meist nach ihrem Wohnort "Oma Schiltach" genannt, um sie von der "Oma Wolfach" Elsa <7> unterscheiden zu können; aber auch nachdem sie 1977 zu ihrer Tochter Uschi nach Haslach-Schnellingen gezogen war, blieb der Name erhalten. Ein Besuch bei ihr war immer ein besonderes Erlebnis, vor allem auch durch die Bahnfahrt nach Schiltach. Gelegentlich sägten Hermann und Willy bei ihr Holz und die Enkel fegten dann das Sägmehl zusammen. Ab Juni 1988 lebte sie im Johannes-Brenz-Heim in Hausach, wo sie 1991 starb. [7]

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Willy Schrader (1934-1997)

Willy Schrader <2> war der älteste Sohn von Paul und Friedel und wurde in Insterburg geboren, wo er auch aufwuchs. Während des Krieges ging er lieber auf den Schießplatz und sammelte Patronenhülsen auf, statt zur Hitlerjugend zu gehen.

Nachdem seine Eltern nach Schiltach gezogen waren, besuchte Willy in Schenkenzell die Schule. Der kürzeste Weg von der Schraderschen Wohnung zur Schule führte durch den 100 m langen Schenkenburg-Tunnel der Kinzigtalbahn, weshalb er und seine Schwester Uschi genau den Fahrplan im Kopf hatten. Wenn Willy keine Lust hatte in die Schule zu gehen, ging er zu einem Felsen oberhalb des Tunnels. Sobald der 12-Uhr-Zug kam, wusste er, dass es Zeit war, um nach Hause zu gehen. Einmal bemerkte das sein Vater, was zu einem handfesten Donnerwetter führte.

Bei einer Schultheateraufführung von Schillers "Wilhelm Tell" spielte Willy die Rolle eines Speerträgers und hatte einen einzigen Satz zu sagen: "Platz da, der Landvogt kommt!".

Bereits nach der 8. Klasse musste Willy die Schule verlassen. Ursprünglich wollte er eine Elektrikerlehre beginnen und hatte auch schon eine Ausbildungsstelle in Aussicht. Doch sein Vater Paul bestimmte, dass er in einer Fabrik arbeiten gehen sollte, weil ihm Willys Lehrmeister nicht gefiel. Ab dem 19. Oktober 1949 arbeitete er bei der Schiltacher Firma Hans Grohe, bis Mitte 1950 und von 1953 bis 1955 in der Galvanik an Chrom- und Nickelbädern, später als Dreher.

Ein hübsches junges Mädchen aus Wolfach wollte 1955 in Schiltach an Peter und Paul (29. Juni) zum Tanz, doch musste es an dem Tag im Geschäft ihres Vaters arbeiten. Ihr Freund Willi Armbruster [8] aus Schapbach fasste sich ein Herz, ging zu ihrem Vater und fragte ihn erfolgreich um Erlaubnis, mit ihr auf dem Motorrad nach Schiltach fahren zu dürfen. Willy Schrader war mit einem Freund ebenfalls beim Tanz und wettete nun mit diesem darum, das Mädchen ihrem Freund auszuspannen. Die beiden forderten sie abwechselnd zum Tanzen auf, so dass Willi Armbruster nicht mehr zum Zuge kam und sie sogar befürchten musste, dass er sie nun nicht mehr nach Wolfach zurückfahren würde. Durch diese Wette lernte Willy seine spätere Frau Eva Sandfuchs <3> kennen. Im Jahre 1957, am 6. Oktober, [9] verlobten sich die beiden und drei Jahre später fand die Hochzeit statt, die im Badhotel gefeiert wurde. Trauzeugen waren Wilhelm Vivell <14-d> und Dieter Buß <12-ca>. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor: Michael <4-aa> (* 1961), Thomas <4-ab> (* 1962), Steffen <4-ac> (* 1964) und Frank <1> (* 1967).

Nach der Hochzeit wechselte Willy am 1. August 1960 zur Firma Grieshaber nach Wolfach, damit er nicht jeden Tag zur Arbeit nach Schiltach fahren musste. 1979 zog die Firma nach Schiltach und von nun an musste Willy doch nach Schiltach pendeln. Er arbeitete dort bis 1988 als Automateneinrichter im Automatensaal; danach überwachte er die Endreinigung der Produkte in der Waschanlage, bis er am 21. August 1993 in den Vorruhestand trat. Er war seit dem 1. Februar 1950 aktives Mitglied in der IG Metall. Die Arbeiterwohlfahrt zeichnete ihn 1993 für 25-jährige Mitgliedschaft mit der silbernen Ehrennadel aus. Regelmäßig nahm er an Blutspendeaktionen teil und wurde dafür mehrfach ausgezeichnet.

Willy fuhr im Dezember 1978 in Kur und zwar nach Donaueschingen in die Kurklinik Sonnhalde, wo er auch das Rauchen aufgab. Ein besonderes Erlebnis für ihn war seine nächste Kur vom 30. Dezember 1981 bis zum 27. Januar 1982 in der Kurklinik am Reithofpark in Bad Feilnbach, wo er u.a. den Bandleader Max Greger sen. kennen lernte, der dort zur gleichen Zeit kurte. Willys Masseur war Hans Wagner, der 1976 Viererbob-Europameister geworden war. Vom 9. Juli bis zum 6. August 1987 und im Oktober 1990 war er zur Kur in der Breisgau-Klinik in Bad Krozingen.

Nachdem er Eva kennen gelernt hatte, beteiligte sich Willy in Wolfach aktiv an der Fasnet, u.a. in der Sandfuchsschen Schnurrgruppe, bei der ein paarmal auch seine Schwester Uschi mitmachte. Im Jahre 1966 gehörte er zu den Kanonieren um Dieter Buß, die zur Fasnet 1964 eine große Kanone gebaut hatten. Die Kanone verkündet jeweils durch drei Böllerschüsse lautstark den Beginn der Fasnetumzüge. Die Kanoniere trugen damals noch die Uniform der Narrenpolizei; 1967 gründeten sie mit neuen Uniformen eine eigene Gruppe. Willy blieb bei der Narrenpolizei, [10] die während der Fasnet für einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltungen, insbesondere der Umzüge, sorgt. Einige von ihnen laufen den Umzügen voraus. Beim Gartenzaun des Hauses Scheuermann in der Vorstadtstraße an der Einmündung des Meßmergässle stand oft Stadtpfarrer Gottlieb Huber (1896-1978), den die Narrenpolizisten immer mit "Narro Herr Stadtpfarrer" begrüßten.

Willy hatte lange Jahre als Narrenpolizist die Aufgabe, das Bretschelauswerfen nach den Elfemessen am Schmutzige Dunnschdig, Schellemendig und Fasnetzieschdig zu leiten: Er stand am Eingang der jeweiligen Elfemess-Wirtschaft und motivierte die sich davor drängende Kinderschar zum Schreien der Narrensprüche, damit die in der Wirtschaft sitzenden Honoratioren Bretzeln spenden und herauswerfen. Seine Söhne nutzten dabei manchmal ihre guten Kontakte zu ihm: wenn sie im Gedränge keine Bretzel erwischen konnten, steckte er ihnen "hintenrum" eine zu.

Von 1966 bis 1976 schnurrte Willy (u.a. zusammen mit Hans Jawurek und Reinhold Wehrle) beim Schnurren am Sonntag vor der Fasnet, manchmal auch am Zunftabend (z.B. 1968) in der Woche zuvor, in der Narrenpolizeiuniform als Ansager, begleitet von der Narrenkapelle und einigen Hansel. Im Jahre 1984 schenkten ihm zum 50. Geburtstag die Narrenpolizisten eine Wohlauflaterne. Am 30. Dezember 1986 trat er offiziell aus der Narrenpolizei aus.

An der Fasnet 1986 nahm er erstmals seit langer Zeit wieder an einem Festspiel teil. In der Festspielgruppe "Der Zigeunerbaron" wurde ihm bei der Opern- und Operettenparade, gemeinsam mit seinen Söhnen Steffen und Frank als Schweinchen verkleidet, von Eva als Zigeunerin das Schreiben und Lesen beigebracht. Wie schon gelegentlich in jungen Jahren (z.B. 1968) marschierte er seit 1983 regelmäßig und mit großem Engagement bei den Kaffeetantenumzügen als Trommler mit, insbesondere donnerstags. Von der Freien Narrenzunft Wolfach wurde er für Witz und Narrentreue mit dem Kleinen und am 6. Februar 1974 mit dem Großen Hanselorden ausgezeichnet.

Von seinem ersten selbstverdienten Geld kaufte sich Willy ein Schlagzeug und brachte sich das Spielen selbst bei. Er gab in verschiedenen Tanzkapellen den Rhythmus an und spielte in den 60-er Jahren u.a. beim Wolfacher Liederkranzball am Fasnetsonntag. Einer seiner Mitmusikanten war Erich Hermann (Akkordeon) aus Halbmeil. Es verging kaum ein Silvester, an dem Willy nicht trommelnd unterwegs war. Mit der Kirnbacher Tanzkapelle, [11] die in den 20-er Jahren entstand und meist bei Vereinsfesten, den Sommerfesten auf dem Mosenmättle, öffentlichen Hochzeiten sowie der Kirnbacher Buurefasnet (immer samstags nach Aschermittwoch) spielte, flog er im März 1974 für fünf Tage nach Berlin. Der Besuch fand auf Veranlassung des Fremdenverkehrsverbandes statt. Auf dem Flug ging Willys kleine Trommel verloren. In Ulmen in der Eiffel trat die Tanzkapelle in den 70-er Jahren mehrfach bei der Kirmes auf. Als "Die Oldies" spielte er auch oft zusammen mit Franz Mantel (Akkordeon) (insbesondere an Silvester?).

Von 1983 bis 1996 schlug er in der Wolfacher Bürgerwehr die große Trommel, wurde im März 1990 für siebenjährige aktive Mitgliedschaft zum Corporal ernannt und erhielt 1993 die Verdienstmedaille in Bronze. [12] Er organisierte in der Kaserne der Bürgerwehr (Hinterhaus Hauptstraße 30) den Abschluss-Kameradschaftsabend am letzten Sonntag im Jahr, half bei der Bewirtung an diversen Festen, gestaltete das Infokästchen der Bürgerwehr und führte die Vereinschronik. Seit 1990 filmte er zudem die Auftritte der Bürgerwehr auf Video, z.T. mit Hilfe seines Sohnes Frank.

Neben der Volksmusik begeisterte er sich vor allem für den Jazz, vielleicht weil er im Leben selbst gerne viele Dinge improvisierte. Ihm gefiel beim Jazz die Freiheit, sich selbst zum Ausdruck bringen zu können.

Eine Leidenschaft von ihm war das Motorrad fahren. Seit dem 15. Mai 1956 besaß er den Führerschein Klasse eins für Motorräder und fuhr lange Zeit einen Motorroller. Für Michael und Thomas war es in den 60-er Jahren immer eine große Freude, mit ihrem Vater durch die Gegend zu düsen. Mitte der 70-er Jahre kaufte Willy ein Mofa, das dann auch Michael und Thomas intensiv nutzten, als sie mit 15 Jahren alt genug dafür waren. Kurz nachdem sich Michael 1981 sein erstes Auto angeschafft hatte, kaufte sich Willy am 13. November 1981 ein Motorrad, eine Yamaha FS 80 Sp. Am 19. Dezember 1983 erwarb er eine Yamaha SR 250 SE (mit dem Kennzeichen OG-YY 15) und am 3. Juni 1987 eine Suzuki LS 650 Savage (OG-W 28). 1990 entschloss er sich dazu, den Autoführerschein zu machen, den er am 25. Februar 1991 erhielt. Am 27. Dezember 1990 verkaufte er seine Suzuki und erwarb sich zuerst einen Renault Clio (OG-LT 542), Anfang 1997 einen VW Golf Carat (OG-LN 310).

Willy war auch sportlich sehr aktiv: er spielte in Schiltach Fußball und später in Wolfach wie schon sein Schwiegervater Erich Sandfuchs <6> auch Faustball, das er aber aus gesundheitlichen Gründen (Meniskus) aufgeben musste. (1970 wurde die Wolfacher Faustballmannschaft Badischer Meister.) Bei einem Besuch in Cavalair-sur-Mer, der Wolfacher Partnerstadt am Mittelmeer, entdeckte er 1994 seine Begeisterung für Boule und trat in den Wolfacher Boule-Club ein. Er gewann am 30. April 1995 die Wolfacher Boule-Stadtmeisterschaft und belegte im Jahr darauf den 2. Platz. [13]

Mitte der 70-er Jahre kaufte er sich ein Schlauchboot und fuhr oft mit seinen Söhnen auf der Kinzig, zunächst bei den Kinziganlagen, nach dem Umzug in die Hildastraße meist oberhalb des Grieshaberwehres. Nachdem eine Schlauchbootfahrt von Michael und Schulfreunden nach Hausach ins Gymnasium im Wasser und mit einem großen Loch im Boot endete, kaufte er 1979 ein neues, größeres Schlauchboot, mit dem er insbesondere mit Frank viele Stunden auf dem Wasser verbrachte. Gelegentlich spielte er mit dem Gedanken, einen Bootsverleih zu eröffnen. Sein Wunsch erfüllte sich, als er 1995 gemeinsam mit seiner Frau den Wolfacher Golfplatz mit Bootsverleih übernahm, den die beiden mit großem Einsatz betrieben. Er half tatkräftig mit beim Neubau der Golfplatzhütte 1995 und bei der kompletten Erneuerung der gesamten Anlage im Jahr darauf.

Einen alten Wunschtraum erfüllte er sich 1990, als er eine Videokamera kaufte und von nun an bei vielen Gelegenheiten filmte, vor allem Auftritte der Bürgerwehr und an der Fasnet, wozu er auch offiziell vom Narrenvater beauftragt wurde. 1994 erwarb er eine neue, semiprofessionelle Kamera und erweiterte, auch mit großem bastlerischen Geschick, seine Ausrüstung.

Ihren Urlaub verbrachten Willy und Eva seit Ende der 80-er Jahre meist in den Alpen in Bayern und Österreich. Ein besonders schöner Urlaub ergab sich 1994: anlässlich des 10-jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft zwischen Wolfach und Cavalaire fuhren sie vom 12. bis 16. Mai mit einer großen Gruppe von Wolfachern zur Jubiläumsfeier nach Cavalaire. Bei den Besuchen der Cavalairer 1994 und an der Fasnet 1995 schlossen sie Freundschaft mit Thérèse und Vincent Pellegrino aus La Croix Valmer, die bei ihnen mehrfach übernachteten und die fast jedes Jahr an Fasnet nach Wolfach kommen.

Im Sommer 1996 machte sich bei Willy durch dauerhafte Schmerzen in seiner linken Hüfte eine schwere Erkrankung bemerkbar. Trotz intensiver Behandlungen konnte der Fortgang des Krebsleidens nicht aufgehalten werden. Eine Woche nach seinem 63. Geburtstag starb er im Wolfacher Krankenhaus im Kreise seiner Familie. Beerdigt wurde er am 27. Mai 1997 auf dem neuen Wolfacher Friedhof, die Predigt hielt Pfarrer Volker Kubach. [14] Die Bürgerwehr gab ihm das letzte Geleit.

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Familienverband Schrader

Der Familienverband Schrader e.V. bildet einen Zusammenschluss von Personen, die alle den Namen Schrader tragen oder als Geburtsnamen getragen haben. Die Internet-Seite des Vereins hat die Adresse www.familienverband-schrader.de, von der die Informationen in diesem Abschnitt stammen.

Die einzelnen Mitglieder sind nicht alle miteinander verwandt, aber dennoch durch den gemeinsamen Namen und dessen Ursprung im Braunschweigischen Raum miteinander verbunden. Durch sein umfangreiches Archiv ist der Familienverband Schrader e.V. eine bedeutende Quelle für die Familienforschung.

Innerhalb des Familienverbandes Schrader werden alle Personen, die sich auf einen gemeinsamen ältesten Vorfahren zurückführen lassen, einer Sippe zugeordnet. Die Sippe wird nach dem Geburtsort dieses ältesten Vorfahren benannt. Die Sippennamen sind also immer geographische Bezeichnungen, die den Herkunftsort der entsprechenden Sippe angeben. Der Sippenname wird verbandsintern zur besseren Unterscheidung der ja fast alle namensgleichen Mitglieder als Zusatzname (Doppelname) an den Familiennamen Schrader angehängt, hat jedoch namensrechtlich keine Bedeutung.

Nach § 1 der Satzung hat der Familienverband Schrader einen dreifachen Zweck: Erstens zur Schrader-Forschung anzuregen, zweitens die Ergebnisse durch Druck zu überliefern und drittens die Zusammengehörigkeit zu pflegen.

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Anmerkungen

  1. Vgl. Stadtplan Insterburg. In: Fritz R. Barran, Städte-Atlas Ostpreußen, Leer 1988, S. 86f; dtv-Lexikon. [Zum Text]
  2. Quelle für die Familiengeschichte: mündliche Überlieferung durch Friedel Köhler <5> Willy Schrader <2> und Uschi Pfeiffer <4-b>. [Zum Text]
  3. Fritz Schütz, Rahts- und Bürgerbuch (1728-1853) und Seelen-Register (1780-1788) der Stadt Gumbinnen, Nachdr., Hamburg 1978, S. 5. [Zum Text]
  4. Der Name Kaldinski/y wird in den deutschen Telefonbüchern 17-mal (Stand: 28. Oktober 1998) erwähnt. [Zum Text]
  5. In Hermann Gollub, Stammbuch der ostpreußischen Salzburger, Königsberg 1934, ist kein Schrader verzeichnet. [Zum Text]
  6. Fotoalbum mit seinen Norwegen-Bildern im FAS. [Zum Text]
  7. Trauerrede im FAS. [Zum Text]
  8. Über ihn vgl.: Gemeinde ehrt Weltmeister Willi Armbruster. In: Bürgerinfo 51 (2000-06-21) Nr. 25, S. 18. (Armbruster ist Weltmeister im 30-km-Straßengehen in der M65-Einzelwertung.) [Zum Text]
  9. Verlobungsanzeige. In: ANK 8 (1957-10-05) Nr. 40. [Zum Text]
  10. Ein Foto von ihm als Narrenpolizist ist abgebildet in: Schwarzwaldstadt mit Tradition, S. 267. [Zum Text]
  11. Festschrift 75 Jahre Musikverein und Trachtenkapelle Kirnbach..., Haslach 1980, S. 15, 17. [Zum Text]
  12. Urkunden im FAS. [Zum Text]
  13. Gold- und Silbermedaille im FAS. [Zum Text]
  14. Abschrift der Predigt im FAS. [Zum Text]

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