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Die Familie Kniephof <C>

Der erste Teil des Namens "Kniephof" geht auf das mittelniederdeutsche Wort "knip" (heute Kneif) zurück, das das Messer eines Sattlers, Schuhmachers oder Gärtners bezeichnet, oder auf das Verb "knipen" (kneifen, einengen, beklemmen), aus dem das Wort Knipe (ndt. = Kneipe; ursprünglich Klemme) entstand. Kneipe bedeutete früher zunächst Gefängnis (ein "beengter Ort"), erst später dann Gast- oder Wirtshaus (Kneipschenke); auch die regelmäßige Zusammenkunft von Korpsstudenten zum Trinken und Singen wird so bezeichnet. Kniephof ist also vermutlich ein Platz, wo es einen Handwerker, ein Wirtshaus oder ein Gefängnis gab.

Die Familie Kniephof stammt wahrscheinlich aus Pommern. Dort gibt es im ehemaligen Kreis Naugard (heute Polen, Ww Stettin) zwei Gutsbezirke dieses Namens: Der eine liegt bei Massow und wurde später in Gutendorf (poln. Wrzesno) umbenannt, das jetzt zu Voigtshagen (poln. Wojtaszyce) gehört; der andere (poln. Konarzewo) liegt bei Groß Sabow und gehört jetzt zur Landgemeinde Jarchlin (poln. Jarchlino). Aber auch in Insterburg gab es einen Kneiphof. [1]

In der Matrikel der Universität Königsberg (1544-1829) [2] sind fünf Kniephofs, davon vier aus Schlawe in Pommern (poln. Slawno), verzeichnet:

  • Juni 1649 (SS 1649/90): Jeremias Kniphovius.
  • 02.08.1724 (SS 1724/46): Joh. Valentin. Kneiphoff, artis pharmaceut. stud.
  • 19.04.1732 (WS 1731/80): Pe. Conr. Kniphoff, iur.
  • 24.03.1735 (WS 1734/34): Dan. Kniephoff, ex collegio Fridericiano dimissi.
  • 25.03.1766 (WS 1765/63): Joh. Dan. Kniephof, aus Abtshagen bei Rügenwalde in Pommern (poln. Dobieslaw).

Auch in Niedersachsen gab es schon im 16. Jahrhundert einen Zweig der Familie: Hans Kniephoff, Braumeister in Hildesheim, heiratete 1541 Margaretha Brandis. [3] Der Deutsche Biographische Index - eine alphabetische Übersicht zu 250 000 Personen aus 264 biographischen Lexika - verzeichnet den Schriftsteller Bernhard Kniephof (erwähnt um 1710), den Juristen und Schriftsteller Henning Kniephof(f) (= Theophil Gleichrecht; 1596-1663), den Philosophen und Schulmann Georg Heinrich Kniephofen (auch Kneiphof, erwähnt um 1752), den Diakon Bernhard Kniephoff (1680-1738), den Diakon und Schulmann Johann Daniel Kniephoff (erwähnt 1797), den Professoren und Theologen Heinrich Kniphoff (erwähnt 1711), den Arzt Johann Gottfried Kniphoff (erwähnt 1757) sowie Johann Hieronymus Kniphoff (1704-1763). [4] Der Name "Kniephof(f)" ist heute in Deutschland relativ selten. [5]

Ein in seiner Zeit berüchtigter Seeräuber war der um 1500 in Kopenhagen geborene Claus Kniphoff. [6] Der nach Holland geflohene dänische König Christiern II. rüstete 1525 eine Ostseeflotte für die Rückeroberung seines Reiches aus, deren Anführer Kniphoff wurde. Kniphoffs große Pläne und seine unbedingte Treue zu seinem König ließen ihn die Grenzen zwischen ehrlichem Kriege und Piraterie verkennen, und so entwickelte er sich zu einem Freibeuter, der jedes Schiff beraubte, das ihm begegnete. Eine Hamburger Hanseflotte überwältigte am 7. Oktober 1525 die vier Seeräuberschiffe Kniphoffs und verhaftete den Anführer. Nach einem Prozess in Hamburg wurde Kniphoff am 30. Oktober 1525 enthauptet. In der kurzen Zeit seiner Seeräuberschaft erlangte er eine zweifelhafte Berühmtheit; seine Taten wurden nach seinem Tode in Volksliedern besungen.

Inwiefern die bisher genannten Kniephoffs mit unserer Familie verwandtschaftlich verbunden sind, konnte bislang nicht geklärt werden. Der älteste bekannte Vorfahre dieser Linie ist der Zimmermann Wilhelm Kniephof <18> (1829-1912) aus Jonasthal, der mit seiner aus Kubillen stammenden Frau Henriette Herfeld <19> (1837-1906) drei Töchter hatte: Wilhelmine <9>, Henriette und Elisabeth. Nach dem Tod ihres Mannes Otto Julius Schmidtke durch einen Unfall 1903 wohnte Henriette bis 1930/31, als sie zu ihrem Sohn Otto zog, bei ihrer Schwester Wilhelmine, die in Insterburg mit August Schrader <8> verheiratet war. Henriettes Sohn Otto Schmidtke wurde ab 1903 von ihrer Schwester Elisabeth, verheiratet mit David Jagst, aufgezogen.

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Die Familie Rennert <BA>

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Anmerkungen

  1. Stadtplan Insterburg. In: Fritz R. Barran, Städte-Atlas Ostpreußen, Leer 1988, S. 86f. [Zum Text]
  2. Georg Erler, Die Matrikel und die Promotionsverzeichnisse der Albertus-Universtät Königsberg in Preußen 1544-1829, Bd. 1-3, Leipzig 1910-17 (Publikation d. Vereins f. d. Geschichte v. Ost- u. Westpreußen. Sonderteil). [Zum Text]
  3. DGB 9, S. 494; DGB 17, S. 11; DGB 21, S. 107. [Zum Text]
  4. Deutscher Biographischer Index, hrsg. von Willi Gorzny, Bd. 2, München etc. 1986, S. 1102f. [Zum Text]
  5. Vgl. die Häufigkeit der Namen. [Zum Text]
  6. ADB, Bd. 16, Neudr. d. 1. Aufl. v. 1882, Berlin 1969, S. 291-293. [Zum Text]

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