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Die Familiengeschichten der Ahnenliste Baum

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Die Familie Baum <AB>


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Ursprung der Familie Baum

Der erste Vertreter des Baumschen Geschlechtes in der Lahrer Gegend ist Georg Baum <AB-I>, der "zu Militsch an der Polnischen Grenze das Schreiner Handwerck ... bey Meyster Georg Faulhaber" erlernte und sich "nach den Lehr Jahren in den Krieg begeben" hatte. Er heiratete in Gugenheim bei Straßburg Katharina Brummer. Von ihnen aus verzweigt sich das Geschlecht in viele Stammlinien. [1]

Die Abfolge der Ahnenreihe von Philipp <AB-E> bis zu Georg und dessen Vater Peter Baum konnte noch nicht genau geklärt werden. Aus der Altersangabe im Totenbuch von Mahlberg lässt sich schließen, dass Philipp um 1717 geboren wurde. Von den zahlreichen Vertretern der Baums in und um Lahr kommt am ehesten die in der Ahnenliste genannte Linie in Frage, da der hier angenommene Vater Philipps, Johannes Philipp Baum, sieben Kinder hatte, von denen nur sechs im Taufbuch verzeichnet sind. Philipp würde zeitlich genau in die Abfolge der Kinder passen; der Vorname Philipp erscheint nur in dieser Linie vor 1717.

Philipps Sohn Johannes <AB-D> (1758-1829) war in Mahlberg von 1800 bis 1806 Stadtschultheiß und heiratete dreimal. Johann Jakob Baum <AB-C> (1786-1865) übernahm von 1848-1852 das Amt des Bürgermeisters. [2] Dessen Sohn Johannes <52> (1815-1857) war wie seine Vorfahren als Landwirt tätig und zog 1842 nach Kippenheim, wo er in zweiter Ehe 1847 Magdalena Rubin <53> (1827-1905) heiratete. Ein halbes Jahr nach Johannes' Tod heiratete Magalena am 25. März 1858 in Opfingen ihren Schwager Jakob Baum, der seine Kinder Emil und Lina mit in die Ehe brachte.

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Karl Baum (1847-1889) und die "Schütte"

Karl Baum <26> (1847-1889) kam von Opfingen aus Anfang der 1860-er Jahre in die Ganther-Brauerei nach Freiburg in die Lehre, die er 1865 abschloss, arbeitete bis 1867 in der Brauerei Monninger in Karlsruhe und anschließend bis 1870 in Meaux bei Paris. Wegen des Deutsch-Französischen Krieges wurde er ausgewiesen. Er ging nun für drei oder vier Jahre als Brauer nach Brooklyn (New York), arbeitete danach in Kusel in der Pfalz [3] und kaufte schließlich in Wolfach anlässlich seiner Heirat mit Auguste Bührer <27> (1846-1895) 1876 das Gasthaus "Zur Schütte" (Hauptstraße 1), deren Vorbesitzer Jakob Trautwein aus Schiltach war. [4]

Die "Schütte" war unter Karls Leitung nicht, wie am Ende ihres Bestehens 1939, eine kleinere Wirtschaft, sondern ein gut fundiertes, umfangreiches Unternehmen, bestehend aus Brauerei, die mit eigenem Fuhrwerk auch an die umliegenden Orte Bier lieferte, Restaurant, großem Wirtschaftsgarten, Kegelbahn und eigener Land- und Viehwirtschaft. Das Restaurant war gut besucht, insbesondere zur Zeit des Bahnbaus 1883-86, denn es war der Treffpunkt der Bahnarbeiter nach Feierabend, wo auch ihr Lohn ausgezahlt wurde. Unter den zahlreichen Stammgästen sah man besonders oft den alten Blechner-Firner, den Blechner-Armbruster, den alten Apotheker usw., die den Schoppen Bier noch zu 6 Pfennig und das Viertele Wein zu 20-35 Pfennig tranken und dabei selten auf ein ebenso preiswertes Vesper verzichteten. Die Kegelbahn stand entlang des Flussufers und reichte fast bis zur Stadtbrücke vor. Auf der Landspitze gegen den Grieshaberschen Kanalabfluss befand sich der Wirtschaftsgarten, dessen Wahrzeichen eine große Linde war. Ihr Stamm musste von drei Mann umfasst werden; zur Krone der Linde ließ Karl Baum eine Wendeltreppe hinaufführen, wo die Musiker anlässlich der öfters stattfindenden Gartenkonzerte ihre Echos bliesen. Außerdem spendeten geschnittene Laubdächer, Goldregenbäume und Lauben Schatten. Ein Kinderspielplatz mit einer großen Schaukel und ein Goldfischbassin lockte die Jugend. Im Stall standen stets einige Häupter Großvieh und Pferde; an Kleinvieh waren Schweine, Hühner und Gänse vorhanden. Der Betrieb machte viel Arbeit und Karls Tochter Berta <13> (1878-1950) musste mit ihren drei Geschwistern Mina <26-a>, Otto <26-c> und Marie <26-d> in Küche, Haus und Stallung kräftig mithelfen.

Durch den ständigen Wechsel von der heißen Maische, wo der Malz gedorrt wurde, zum Eiskeller erkrankte Karl an der "Bierbrauerkrankheit" Lungenschwindsucht, die seine Arbeitsfähigkeit immer mehr einschränkte. Jahrelange Behandlungen, u.a. bei Prof. Kussmaul in Straßburg, führten nur vorübergehend zu Besserungen. Die "Schütte" konnte auf Dauer nicht mehr gehalten werden. Im Wolfacher Grundbuch ist am 1. Juli 1887 festgehalten: [5]

Bierbrauer Carl Baum und seine Frau Auguste geb. Bührer verkaufen an den ledigen Bierbrauer Gustav Schwab von Lahr ein zweistöckiges Wohnhaus zur Schütte, nebst Grund und Boden, Scheuer, Stallung, Holzremise, Schweineställen an der Stadtbrücke, einem Felsenkeller mit einstöckigem Überbau, einem Ackerfeld am Jakobsweg und den gesamten Inventar für 40 000 Mark.

Später übernahm Bierbrauer Franz Willmann aus Donaueschingen die Schütte.

Im Jahre 1888 übernahmen Karl und Auguste Baum das Gasthaus "Zur Fortuna". Dieses hatte seit dem 23. Dezember 1852 der "Sandhaasengroßmutter" Magdalena Moser <55> [6] und ihrem zweiten Ehegatten Lorenz Sandhaas gehört; nach dem Tod ihres Mannes verkaufte Magdalena Moser das Gebäude am 29. März 1894 an Karls Witwe Auguste <27>. [7] Auch in der Fortuna half Berta im Haushalt mit und musste viel und schwer arbeiten, insbesondere nachdem ihre bislang kerngesunde Mutter an Sylvester 1894 erkrankte und nach 3/4-jährigem Krankenlager verstarb.

Der Pate und Vormund der vier verwaisten Kinder, Bertas Onkel Karl Bührer <54-b>, ließ die Fortuna versteigern, weil Besitz und Schuldenstand etwa gleich hoch lagen und noch keines der Kinder volljährig war. Berta kam im Herbst 1895 zuerst zu ihrem Onkel August Baum <52-b>, der in Hugsweier Bierbrauer und Kronenwirt war. Von der Pflege der Mutter noch geschwächt, erkrankte sie während ihrer 3/4-jährigen Tätigkeit im Haushalt, der Wirtschaft und Landwirtschaft an Lungenspitzenkatarrh und ging zur Erholung im Spätsommer 1896 ein Vierteljahr zu Verwandten ihrer Hugsweirer Tante nach Endenburg (bei Steinen). Von dort aus kam sie, noch als Rekonvaleszentin, bis zum Frühjahr 1897 zu ihrer Tante Marie Rubin <ABBA-ha>, Mühlenbesitzerin in Altenheim und Witwe David Hürsters. Dann trat sie durch Vermittlung ihres Bruders Otto <26-c>, der Ende der 30-er Jahre Kreispropaganda-Amtsleiter der NSDAP in Wolfach war, [8] eine Saisonstelle im Hotel Sonnenberg in den Luzerner Bergen an, wo sie die Saison über im Office tätig war. Anschließend ging sie nach Frankfurt a.M. als Kinderfräulein zur Familie Karl Hofmann (Holzgroßhandlung) und im Herbst 1898 als Buffetdame in das Hotel Kraus in Lahr, dessen Besitzer Adolf Kraus mit Emma Baum <52-ba>, einer Tochter ihres Hugsweirer Onkels, verheiratet war.

Von Lahr aus war Berta einmal einige Tage in Wolfach auf Urlaub bei der Sandhaasengroßmutter <55>. Als sie mit des Goldpeters Hermine auf der Kinzig eine Kahnpartie unternahm und sie unter der Stadtbrücke durchfuhren, fiel von oben ein Sträußchen in den Kahn, dessen Absender nicht ermittelt werden konnte. Erst als sie ab Ende 1899 wieder in Wolfach wohnte und eines Tages ein Brieflein mit Vergissmeinnicht erhielt, wurde ihre geheime Ahnung über die Person des "Sträußchen-Attentäters" bestätigt. Es war ein ihr bislang unbekannter junger Mann, der erst zwei Jahre zuvor von einem mehrjährigen Aufenthalt aus der Fremde zurückgekommen war: der Verlegerssohn und Buchdrucker Albert Sandfuchs <12>. Am 1. Mai 1900 fand die Verlobung im Haus seiner Eltern und ein Jahr später die Hochzeit statt.

Während des 1. Weltkrieges, am 1. November 1916, lieferte "Frau Albert Sandfuchs" im Rahmen der "Sammlung von Goldschmuck" Schmucksachen im Goldwert von 10,50 Mark gegen Vergütung beim "Ehrenausschuß der Goldankaufstelle" in Offenburg ab, um "den Goldschatz der Reichsbank und damit die finanzielle Wehrkraft unseres deutschen Vaterlandes zu stärken". [9]

Berta stand jahrzehntelang dem Ladengeschäft ihres Mannes vor und besorgte dessen Ein- und Verkauf. Ihr wurde, der damaligen Zeit entsprechend, am 21. Mai 1939 "Im Namen des Deutschen Volkes" die dritte Stufe des Ehrenkreuzes der Deutschen Mutter durch den "Führer Adolf Hitler" verliehen. [10] Von den sechs Kindern starb Josef schon früh. Nach dem Tod ihres Mannes 1939 und der Übergabe des Geschäftes an die beiden ältesten Söhne Erich und Albert half sie noch solange sie konnte im Ladengeschäft mit.

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Dr. phil. Richard Baum (* 1902)

Ein Cousin von Berta Baum <13> ist der Musikforscher Dr. phil. Richard Baum <52-fc>, [11] geboren 1902 in Esslingen a.N. Er besuchte das Realgymnasium in Esslingen, studierte 1920-21 in Tübingen und anschließend in München Musikwissenschaft bei A. Sandberger sowie Literaturwissenschaft und Pädagogik. 1926 promovierte er in München mit seiner Dissertation "Joseph Wölfl (1773-1812). Leben, Klavierwerke, Klavierkammermusik und Klavierkonzerte" (Kassel 1928). Im Bärenreiter-Verlag in Kassel wurde er 1926 Lektor, später Cheflektor und war dort ab 1972 für Sondereditionen verantwortlich. [12] Seine Persönlichkeit und Tätigkeit haben sehr dazu beigetragen, den Charakter des Verlages zu prägen, mit dessen Geschichte seine Karriere eng verbunden ist. Von 1933 bis 1974 war er 1. Vorsitzender des Arbeitskreises für Haus- und Jugendmusik (ab 1969 Internationaler Arbeitskreis für Musik) und als solcher verantwortlich für die von ihm initiierten "Kasseler Musiktage", die 1968 zum 25. Mal stattfanden. Von 1929 bis 1941 war er Schriftleiter der Zeitschrift "Musik und Kirche" und von 1933 bis 1967 der "Zeitschrift für Hausmusik" (später "Practica"). 1947 wurde er Schatzmeister der Gesellschaft für Musikforschung und seit 1962 Mitherausgeber der Zeitschrift "Musica". 1955 übernahm er den Vorsitz der Landgraf-Moritz-Sammlung, erhielt 1962 die Ehrenplakette der Stadt Kassel, später die Goethe-Plakette des Landes Hessen und wurde zum Ehrenrat im deutschen Musikrat ernannt.

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Anmerkungen

  1. Vgl. die OSB der Lahrer Gegend; Hubert Baum, Baum. Stammbaum, Freiburg 1963. (Hubert Baum ist Verfasser des Alemannischen Taschenwörterbuches, Freiburg 1973.) [Zum Text]
  2. Hermann Rieder, Die Stadt Mahlberg im Wandel der Zeiten. Eine Heimatgeschichte, Mahlberg 1956, S. 39, 103. [Zum Text]
  3. Aus einem Brief von Wilhelm Sandfuchs <12-d> an seine Eltern vom 11.4.1937, den er nach einem Gespräch mit Wilhelm Baum <26-c> schrieb. [Zum Text]
  4. Manche Angaben über die Schütte stammen aus: Die Schütte geschlossen. In: Schwarzwälder Tagblatt Villingen vom 11.9.1939. [Zum Text]
  5. Abschrift im FSF. [Zum Text]
  6. Vgl. Die Familie Bührer. [Zum Text]
  7. Vgl. Die Familie Moser. [Zum Text]
  8. Einwohnerbuch für den Landkreis Wolfach. Vollständiges Einwohnerbuch des Landkreises Wolfach. Ausgabe 1939, Stuttgart 1939, S. 7 (UB Freiburg: Standnummer 1939 Z 1099). [Zum Text]
  9. Urkunde im FSF. [Zum Text]
  10. Urkunde im FSF. [Zum Text]
  11. Konrad Ameln, Baum, Richard. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart (MGG), Bd. 15, Kassel usw. 1973, S. 570. Brockhaus/Riemann, Musiklexikon, Bd. 1, Taschenbuchausg., hrsg. von C. Dahlhaus u. H.H. Eggebrecht, Mainz, München 1989, S. 109. Hans Heinrich Eggebrecht, Baum, Richard. In: The New Grove Dictionary of Music and Musicians, Bd. 2, hrsg. v. Stanley Sadie, London 1980 (1986), S. 301. Wer ist Wer? Das deutsche Who's Who, 24. Ausg., Lübeck 1985; 33. Ausg. 1994 (Stand 15.6.1994), S. 59. [Zum Text]
  12. Zum Bärenreiter-Verlag vgl. die Artikel über ihn in den genannten Musiklexika. Dort auch weitere Literatur von R. Baum. [Zum Text]

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