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Die Familiengeschichten der Ahnenliste Sandfuchs

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Die Familie Nauheimer <A.CD>

Die Familie Nauheimer stammt vermutlich aus (Bad) Nauheim. In einer Einwohnerliste Wickers aus dem Jahre 1609 findet sich Hans Nauheimer (geboren um 1527, seit ca. 1579 Gerichtsperson), [1] der aus Nauheim stammte und um 1600 in dritter Ehe Anna NN aus Königstetten (isenburgisch) heiratete (kinderlos). Aus seinen ersten beiden Ehen hatte er zwei Kinder, die 1609 schon verheiratet waren.

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Die Familie Schönbach <A.CA>

Die Familie Schönbach ist ein altes, aus Leipziger Kreisen stammendes Geschlecht, welches sich seit dem 14. Jahrhundert in Sachsen verbreitet hat. Ruth Lyding aus Halle berichtete 1941 in einem Brief an Albert Sandfuchs jun., dass ihre Großeltern in Peterswalde ein Wappen der Familie Schönbach besäßen. [2] Ein 1517 in Magdeburg geborener Stephan Schönbach war Magister der Philosophie und wurde 1546 zum Archidiakonus von Leipzig berufen.

Um 1600 wanderte ein Zweig der Familie nach Peterswalde in Böhmen (bei Außig) aus. Dort wurde 1738 Franciscus Schönbach <ACA-B> geboren. Im Jahre 1764 ließ er sich in der Kurpfalz als Berufssoldat (Husar) in Mainz anwerben; gleichzeitig reichte er ein Heiratsgenehmigungsgesuch ein. Seine Braut Margaretha Leyer aus Marienborn in Nassau stand noch im Leibeigenen-Verhältnis. Sie bemühte sich um dessen Aufhebung in einer Bittschrift an den Erzbischof Emerich Joseph von Mainz, die dieser am 25. Aprl 1764 genehmigte: [3]

WIR, EMERICH JOSEPH [...] zu Maynz Erzbischof [...] Fügen hiermit zu wissen. Demnach Uns Anna Margaretha Leyerin zu Marienborn gebürtig gebührend vorbringen zu lassen, was massen diesselbe in Böhmen nach Peterswalde sich zu begeben Willens seye, mit demüthigster Bitte, sie des Ends der aufhabenden Leib-Eigenschaft zu erlassen, daß Wir solche ihre Bitte in Gnaden angesehen, und darauf [sie] von berührter Leibs-Servitut frey, ledig und loß gegeben haben [...]. So gegeben in Unserer Churfürstl. Residenz-Stadt Maynz [...]

Sechs Tage später heirateten Franziscus und Margaretha. Die beiden lebten in Mainz und hatten mehrere Kinder. Ihr Sohn Philipp Schönbach <ACA-A> (1770-1812) studierte in Mainz Philosophie. Ein Professor, dessen Namen nicht zu entziffern war, schrieb 1794: [4]

Herr Philipp Schönbach hat meine Vorlesungen über das Natur- und Völkerrecht besucht und im Frequentieren allen erforderlichen Fleiß bewiesen. Zu dessen Bewahrheitung wird ihm gegenwärtiges Zeugnis erteilt.

Im Jahre 1796 trat Philipp in den Militärdienst beim kurmainzischen Regiment von Rüdt ein und heiratete um 1800 Christiane Specht aus Sindlingen. [5] 1801/2 ist er in der Liste des Regiments als Rechnungsführer eingetragen mit einer Dienstzeit von sechs Jahren und fünf Monaten. Er nahm als Unteroffizier an verschiedenen Feldzügen der Mainzer, darunter auf französischer Seite auch an jenem gegen Preußen, teil. Am 22. Mai 1803 wurde Schönbach unter Landgraf Ludwig X. von Hessen zum Seconde-Lieutnant befördert. Im Taufeintrag seiner Tochter Barbara im Jahre 1805 nennt er sich "Hessen-Darmstädter Militärpräfekt". Damals wohnte die Familie in Oberrosbach, später dann in Seligenstadt (südl. von Hanau). Beim Feldzug gegen Österreich im Jahre 1809 befand sich Philipp im Kapitänsrang, war Stabsquartiermeister und machte bei mehreren schweren Schlachten mit. Bis zu seinem Tod am 17. Oktober 1812 in Wiasma während des Russland-Feldzuges Napoleons brachte er es zum Hauptmann und Generalquartiermeister.

Aus der Zeit des Österreich-Feldzuges haben sich einige Briefe von ihm an seine Frau in Seligenstadt erhalten: [6] Am 15. Mai 1809 schrieb er aus Leopoldstadt vor Wien, dass seine Einheit am 2. April von Mergentheim abmarschiert sei und am 18. April einquartiert wurde; er berichtet dann weiter: Von diesem Tag an

mußten wir das erstemal Bivouakiren, das heißt ohne Zelten unter Gottes freiem Himmel schlafen, es regnete, schneite, und war in dieser Zeit eine abscheuliche Witterung, und öfters große Kälte, und stelle dir vor, unter freiem Himmel zu übernachten, öfters in 2, 3 auch 4 Tagen nichts zu essen, nicht einmal Brod, und meistens Wasser aus Löchern und Pfitzen zu trinken, keine Fourage für die Pferde, als das, was den Leuten nach französischer Art geholt und weggenommen wurde. Menschen und Vieh fielen vor Elend und Schwachheit um, wir marschierten von morgens frühe bis Nachts um 2 Uhr in einem fort [...]; so hielten die Märsche an bis am 13. May, wo wir gewöhnlich in der späten Nacht erst im Lager ankamen. [...] In den meisten Dörfern traf man keinen Menschen an, alles hatte sich geflichtet, daher konnte man für vieles Geld nichts haben, weil die Franzosen, die vor uns den Weg gemacht hatten, alles zerstörten, sodaß wir nichts mehr antrafen. Ich hätte oft gern ein Stück trockenes Brod, wenn es auch eine harte Kruste gewesen wäre, wie die Kinder Krumben zu machen pflegen, gegessen, ich habe in 3 Nachten hintereinander keine 1/4 Stunde geschlafen wegen Nässe, Kälte und großer Müdigkeit [...]. Scharding, eine schöne österr. Stadt am Innfluß wurde von den Franzosen in Brand geschossen [...], ich mußte durchreuten, es brennte noch an mehreren Orten, brennende Balken und Kohlen lagen allenthalben auf den Straßen, daß man kaum fortkommen konnte. Eine zusammenstürzende Giebelmauer eines abgebrannten Hauses hätte mich beinahe samt Pferd erschlagen und begraben, wenn ich nicht bei Zeiten den Krach und den Einsturz bemerkt, meinem Pferd die beiden Sporen in die Seite gestoßen und so der nahen Gefahr entronnen wäre. Mein Pferd, das Isabellchen, machte alle Märsche und Strapazen mit, bis in die Gegend von Linz, dort wurde es auch marode und lahm, ich mußte es führen lassen, bis vor Ebersberg, welche Stadt über dem Traunfluß liegt, hier ging es heiß zu, [...] und der ganze Weg, [von Linz] bis nach Ebersberg, 3 Stunden weit, war voll von Blessierten. Die attaque dauerte bis in die Nacht, dies schöne Städtchen wurde ganz verbrennt und zusammengeschossen, nachdem es 4-5000 Mann gekostet hatte [...], und wir haben bis jetzt noch kein Mann vor dem Feinde verlohren. [...] Morgens kaufte ich von einem franz. Markedenter einen Rappen, 7 Jahre alt, beinahe wie jener des Winterhell um 11 fl, welchen ich nötig brauchte und mir gut zustatten kam [...]. Als ich kaum dies Pferd vor Ebersberg gekauft hatte, kamen Marschordres; die Oesterreicher hatten in der Nacht diese Gegend verlassen und wir mußten vorrücken; Die Brücke über den Traunfluß lag voll Todte, und mehrere Blessirte seufzeten und weheklagten hilflos. Ich mußte absteigen und mein Pferd führen, in der Stadt war kein einziges Haus mehr, und man konnte beinahe keinen Schritt tun ohne über einen Todten schreiten zu müssen. Es lagen über 500 verbrennte Franz. in der einen Straße, welche ich passieren mußte. Die andern waren nicht leer davon und vor der Stadt war noch das ganze Feld mit Leichen bedeckt, mit Blessirten angefüllt. Ich kann Dir diesen Anblick, diesen Jammer nicht mit Worten beschreiben, nur der kann es beurtheilen, der ein reines Gefühl für Menschheit hat und Augenzeuge solch scheißlicher Schauspiele ist. [...] Ich war immer gesund, einige Unpäßlichkeiten ausgenommen. Gesundheit ist das Köstlichste Kleinot. Ich bin aber so müde und auch so wehe, daß ich mich nicht erholen kann. Lebe recht wohl, küsse meine lieben Kinder für mich, versäume nichts an ihrer Erziehung, welche ich Deiner mütterlichen Sorgfalt empfehle [...].

Zwei Monate später, am 8. Juli 1809, begann Schönbach in "Kaiserlich Ebersdorf", zwei Stunden vor Wien, einen weiteren Brief, den er in "Mährisch Kronau", 24 Stunden vor Wien, beendete:

Liebste Frau! [...] ich bin der Strapazen und des großen Elends ohngeachtet noch gesund [...]. Ich bin jetzt 14 Jahre Soldat, habe mich in der Jugend schon selbst abgehärtet, Strapazen ertragen zu können, und war nie ein Weichling, und wenn es auch noch so hart hergeht, so habe ich das glückliche Temperament, mich selbst aufmuntern, oder doch gleichgültig benehmen, und dem stiefmütterlichen Schicksale trotzen zu können. [... Das] kann ich mit Wahrheit beteuern, daß ich in den vorigen Feldzügen im Unteroffizierscharakter bei den Mainzern lange nicht das ausstehen mußte, was ich itzt im Capitaine Rang erdulden und aushalten muß. [...] Gott, welch ein Unglück ist diese Art, Krieg zu führen! Ganzen Gegenden ist ihre Ernte gänzlich zerstört und fouragiert worden. [... Die] Schlacht auf die 2 Pfingstfeiertäge [...] war schrecklich, aber noch weit schrecklicher und blutiger war jene auf den 5. und 6. July [...]. Wir standen seit Pfingsten auf der Insel Lobau, welche die verschiedenen Arme der Donau bilden [... und die] einige Tage nach jener Pfingstschlacht beim Städtchen Aspern den Namen Insel Napoleon [bekam... Auf dieser] standen 30-40 000 Mann und hat ohngefähr 2 Stunden Flächeninhalt [...]. Nun stelle Dir vor, und denke Dich einmal in unsere Lage - zwischen mehreren breiten Wässern auf einer öden Insel, auf einem feuchten sumpfigen Boden ohne Stroh auf Schilfrohr und wilden Hopfenstengel zu liegen, Millionen Insekten und Schnaken zum Plage, die uns die Hände, das Gesicht und alles so verstechen, als wenn man aussätzig wäre, und oft Hunger und Durst dabei - Nicht wahr, dies ist ein amüsantes Leben? Wir haben deshalb auch viel Kranke an Fieber, Diarrehe, u.d.gl.m. Nebst allem diesen Ungemache einen sehr starken Dienst, Piquets, Schanzarbeiten [...], Lebensmittel beitragen. usw. [... Am Abend des 5. Juli] ging das Kanonenfeuer an, u. die Schlacht dauerte bis den 6. und 7. July bis Abends fort. Die Franzosen hatten bei 400 Kanonen und Haubizen und 200 000 Mann, und die Oesterreicher ohngefähr 200 Kanonen und vielleicht auch 150 000 Mann im Feuer. Die Erde bebte, die Kugeln flogen und fielen wie der Hagel; die Franzosen hatten mehrere Schlachtordnungen hintereinander, wenn eine zurückgeschlagen war mußte die andere vor. Es wurde in Colonnen und Massen attaquirt, unsere Hessen standen im 2ten, mußte, nachdem die franz. 1. Kolonne zurückgeschlagen war, die österreichischen Verschanzungen stürmen, kamen aber sehr übel an, weil sie in hintereinandergepreßten Kolonnen gegen die Schanzen laufen mußten. Eine Kanonenkugel tötete öfters 5-6 und mehrere Mann oder blessirte so viele. Die Oesterreicher fochten und stritten wie Helden und Löwen, attaquirten meistens in lauter Quareen und Cavallerie zur Bedeckung, unsere Leute wurden zurückgeschlagen und verfolgt, und viele gefangen. So häufig gingen allenthalben die Blessirten zurück als wie die Leute aus einer Kirche, wann der Gottesdienst beendigt ist. Wie viele sah ich ohne Beine, ohne Arme zurückgetragen; das Schlachtfeld ist mit Leichen und toten Pferden bedeckt. Die Oesterreicher [...] zogen sich in schönster Ordnung zurücke, wie auf einem Paradeplatz, und jeder Schritt, den die franz. Armee vorrückte, mußte mit Menschenblut erkauft werden. Bei der Stadt Zuaim in Mähren wurde wieder ein hitziges Treffen geliefert [...]. Die Straßen und Gassen in den Dörfern (welche meistens abgebrannt) liegen voll todter Menschen und Pferde, von denen viele verbrennt sind. Der Gestank ist nicht zu beschreiben. [...] Nach diesem Treffen gab es Waffenstillstand; wenn nur auch der Friede darauf folgte, damit diesem fürchterlichen Unglück ein Ende gemacht würde. [...] [7] Wir haben übrigens über 600 Blessirte, die Zahl der Toten, Gefangenen und vermißten kann ich itzt nicht genau angeben.

In seinem nächsten Brief, geschrieben am 19. August 1809 in "Cronau in Mähren", bedankt er sich zunächst für die drei Briefe, die ihm seine Frau am 13., 14. und 18. Juni geschrieben hatte und beschreibt dann nochmals kurz die Schlacht einen Monat zuvor. Der damals geschlossene Waffenstillstand hielt immer noch an und jedermann hoffte nun "mit Sehnsucht auf den Frieden". Auf ihre Bitte in einem ihrer Briefe hin zog er "umständliche Kundschaft" ein über einige Soldaten, über die deren "Eltern und Verwandten Nachricht zu erhalten" wünschten. Verschiedenen Soldaten aus seiner Heimat half er mit Geld aus. Die von seiner Frau in ihrem letzten Brief geäußerten Bedenken, weil sie ihn mit der Bitte um Auskunft über die Soldaten belästigt habe, versucht er zu zerstreuen, denn er habe ihren Auftrag gerne ausgeführt:

Du scheinst mein Herz zu verkennen, als wenn es ganz ohne Nächstenliebe wäre, da Du weißt, daß ich zuviel Menschenfreund bin und dies schon oft mit Nachtheil oder Schaden oder Undank empfinden mußte.- wann dies alles auch nicht wäre, so ist meine Liebe zu Dir so groß, daß ein unangenehmer Auftrag von dem Gegenstand meiner Liebe, mir angenehm ist, wenn ich ihn nur erfüllen kann. [...] Wann Du bei mir wärest, so würde ich Dich [für die Bitte um Entladung von diesem Auftrag] abstrafen, und ich wollte mich entladen, um Dir handgreiflich zu beweisen, daß ich Dir solches gerne verzeihe [...]. Daß Du, Liebste, künftige Briefe für Dich behalten willst, ist ganz klug u. an einem Ort, denn sie sind für Dich allein. Ich halte es für unschicklich, daß meine Briefe in Wirtshäusern und auf den Straßen vorgelesen werden, u. es könnte mir Verdruß u. sogar Nachtheil zuziehen, wenn jemand übeln Gebrauch davon machte. Guten Freunden und Bekannten, auch Leuten, denen am Inhalt gelegen ist wegen ihren Söhnen, kannst Du Nachricht daraus geben, auch nötigenfalls vorlegen, aber nicht mehr aus Händen geben. Der Inhalt wird doch jedesmal ausgeschwätzt und geschwind genug bekannt werden.

Schönbach berichtet, dass der Leutnant von Zwirlein am 3. August an seinen Wunden gestorben sei, der Bruder der Frau Forstmeister von Rabenau, "ein junger, schöner, vorzüglich guter Mann und sehr braver Soldat u. guter Freund von mir schon aus dem preußischen Feldzug her". Dessen Vater sei "einer der reichsten Kavaliers in unserem Lande, ein jedes Kind von ihm soll auf 100 000 fl Vermögen kommen".

Es sei ihm lieb, schreibt er weiter, daß seine Frau "einen schönen Zilinder gekauft" habe. Über sich selbst notierte er:

Ich lasse mir nichts abgehen, lebe mäßig, ordentlich, wann es sein kann, es fehlt mir zeither noch nicht am Gelde, ich habe ja die Casse unter meinen Händen, ich besorge mich zuerst, auch werde ich keinen Rezeß machen, denn ich gebe nicht gern etwas unnötig aus, noch weniger verschwende ich durch Ausschweifungen. Wenn die nötigsten Bedürfnisse des Lebens befriedigt werden, so ist es für mich genug, Du weißt, wie genügsam ich bin, u. wie leicht ich befriedigt werde, was ich nicht habe, brauche ich nicht, habe ich keinen Wein, so trinke ich Bier oder Wasser.

Seine Frau bittet er, sich die Summen, die er den Soldaten vorgestreckt habe, von deren Eltern und Verwandten abbezahlen zu lassen und ihm mitzuteilen, "ob alle zahlbar" seien, dass er ihnen weiter vorstrecken könne, "ohne mit denselben Umstände der Zahlung wegen zu bekommen". Er schließt den Brief mit Grüßen an seine Familie:

Küsse mein liebes Babelchen [Barbara Schönbach <51>], den Dicken, und das kleine Dortchen. Ich hätte gerne etwas für das Bäbelchen geschickt (denn ich habe ein rosenrothes, seidenes Halstüchlein in meinem Kasten liegen, welches für sie bestimmt ist) aber es läßt sich nicht gut in einen Brief packen, ich muß eine andere Gelegenheit abwarten. Empfehle mich dem Herrn Schwager, und Frau Schwester, allen Verwandten in der Bretztel, was macht die Annemarie, ist noch keine dicke Bauchgeschichte vorhanden? [...] Leb wohl, wie es wünscht, Dein Dich treu liebender, im Geiste umarmender Schönbach.

Von Schönbach hat sich ein weiterer Brief erhalten, den er am 15. Dezember 1811 an seine Schwägerin sandte. Zunächst wünscht er ihr "vergnügte Feiertage und ein Glück bringendes Neujahr". Er erzählt dann über "das verfluchte Gejuck und Krazen, das verdrüssliche Uebel", das seine ganze Familie befallen habe:

Unser kleiner Joseph hat das meiste dabey leiden müssen, mit Geschwieren [...], grad auf AllerSeelen ware es, daß das Kind dem Todte nahe ware, und nun Gott sei Dank, ist es beinahe wieder guth, das Dortchen deine Göthchen hat die böße Augen noch, [...] die 2 Große die Bäbel und Franz gehn nun in 14 Tag in die Schuhl; weil ich doch an meiner Haushaltung itzt bin, so will ich Dir gleich mittheilen, daß ich eine Magd aus Gießen habe, sie ist 31 Jahr alt, hat in Frankfurt und 10 Jahr in München gedient, kann schön und sauber Nehen, ist guth bey denen Kinder und sonst recht reinlich, sie thäte mir alle 8 Tage die Stuben Reiben wan ich sie gehen ließ, aber im Kochen, und daß mir am liebsten wäre, ist sie nicht, wie ich sie haben mögte, und sagen will sie sich nichts lassen, wan ich ihr was sagen will, so will sie es besser verstehen, und ist mir noch oben drein grob, die Gießer haben den Nahmen hier, daß sie ohne untterschied grob sein ich will noch eine zeitlang zusehen, bis sich etwas besseres macht, ich könte vieles von ihr schreiben.

Danach berichtet er noch über eine Kapitalanlage seiner "Baass Burckartin" von 1000 fl, die diese zwar nicht ohne Verlust zurückforden könne, doch brauche sie dies ja auch nicht, da sie ihre "Interessen", d.h. Zinsen, richtig bekäme.

Philipp Schönbachs Frau Christiane geb. Specht wohnte nach seinem Tode 1812 zunächst noch in Seligenstadt, doch plante sie dann 1813, mit ihren minderjährigen Kindern in das Pfarrhaus nach Wicker zu ihrem Bruder, Pfarrer Johannes Specht, zu ziehen. Die Plünderung Wickers 1813 verzögerte den Umzug, denn das zerstörte Pfarrhaus musste erst wieder repariert werden. [8]

Christiane erkrankte im Jahre 1828 an Brustwassersucht; die Ursache war nach Auskunft ihres Arztes ein "anhaltender Kummer, der vor etwa acht Jahren durch verschiedene Widerwärtigkeiten erzeugt wurde". Ihr Sohn Franz Schönbach, der Medizin studierte, stand darüber mit seiner Schwester Barbara <51> in brieflichem Kontakt und zog den Rat seines Professors ein. [9] Er konnte seiner Mutter aber nicht mehr helfen; sie starb noch im gleichen Jahr.

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Die Familie Specht <A.CAA>

Die Familie Specht stammt aus Sindlingen, einem kleinen Dorf in Hessen-Nassau, das heute zu Frankfurt a.M. gehört. Die Ahnenreihe führt von Johannes Specht <A.CAA-C> über den Bürgermeister Christof zu dem Schöffen Konrad Specht. Dessen Tochter Christiane heiratete um 1800 den Soldaten Philipp Schönbach. [10]

Im Jahre 1810 beschrieb der Pfarrer Johannes Specht <A.CAAA-a> (1762-1841), ein Bruder von Christiane, eine "Merwürdige Geschichte einer Teufelsbeschwörung dahier in Wicker und förmlicher Aufstand der Pfarrgemeinde wider" ihn selbst: [11] Schon unter seinem Vorgänger Pfarrer Finck soll Johann Adam Weilbächer, Sohn des Bandermeisters und Engelwirtes Adam Weilbächer (ein Verwandter von Georg Weilbächer <AC-B>), vom Teufel besessen gewesen sein. Finck weigerte sich jedoch, diesen zu heilen. Acht Tage, nachdem er verbittert über die Reaktion seiner Gemeinde auf seine Weigerung zur Heilung in einer Predigt den Gläubigen vorwarf, sie selbst hätten den Teufel im Leib, starb er. Der Franziskanerpater Anthes übernahm vorläufig die Verwaltung der Pfarrei. Auch er wurde gedrängt, den Besessenen zu heilen, was dieser auch versuchte, jedoch ohne Erfolg. Im Jahre 1808 kam nun Johannes Specht als Pfarrer nach Wicker. Er versuchte sogleich, den Eltern und dem Kranken selbst auszureden, dass er besessen sei, sodass er zunächst nicht mehr in dieser Angelegenheit behelligt wurde.

Nach einiger Zeit bemühte sich, ohne Spechts Wissen, ein 23-jähriger Eremit aus Gimbach, die Teufelsaustreibung vorzunehmen. Da auch dieser keinen Erfolg hatte, ließ er Specht am 28. Dezember 1809 unter dem Vorwand, einem Kranken den letzten Trost spenden zu müssen, in die Wohnung des Besessenen kommen. Als er dort war, trat der Eremit in die Stube, gab dem Kranken ein Kruzifix in die Hand und sprach: "Ich befehle Dir im Namen Jesu des Gekreuzigten, gib ein Zeichen von Dir!". Der Kranke stieß einen Schrei aus und brüllte dann lauthals weiter. Specht verließ sofort das Haus, da er hinters Licht geführt worden war und diese Art der Heilung nicht durch seine Gegenwart gutheißen wollte.

Der Eremit setzte nun sein Treiben fort, der Pfarrer jedoch hatte sein Ansehen beim Volk verloren. Schultheiß und Gericht beugten sich der öffentlichen Meinung und beschwerten sich bei Dekan Dillmann in Hofheim über das Verhalten des Pfarrers. Vom Dekan erhielt Specht nun den Auftrag, die Krankheit genau zu untersuchen und einen Bericht darüber zu verfassen. Specht fand heraus, dass der Kranke 28 Jahre alt war und seit zweieinhalb Jahren auf alle kirchlichen Dinge mit heftigen Anfällen reagierte. Er galt jedoch schon von Jugend an als der "blödsinnigste, schüchternste und simpelhafteste Mensch", der mit Tieren wie mit Menschen redete und nicht einmal fähig war, die Buchstabenkenntnis zu erreichen. Die Krankheit wurde ausgelöst an einem schwülen und heißen Tag, an dem Johann Adam Weilbächer vom Baden und Schröpfen aus Wiesbaden kam und sich, stark verschwitzt, in feuchtes Wiesengras in einer Scheune gelegt hatte. Specht schreibt in seinem Bericht, dass es ärztlich erwiesen sei, dass "durch einen schnellen Übergang von der größten Erhitzung zur größten Abkühlung" krampfartige Krankheiten ("convulsionen") und "Zerrüttungen des ganzen Nervensystems" entstehen können.

Die Eltern des Kranken hatten ihr unterentwickeltes Kind von Beginn an bei jedem Anfall als verhext erklärt und als vom Teufel besessen deklariert. Da die Eltern und auch Besucher dies täglich wiederholten, musste das Kind schließlich im Laufe der Zeit zu der Überzeugung kommen, dass der Teufel tatsächlich von ihm Besitz ergriffen hatte. Außerdem herrschte, so Specht, überhaupt im ganzen Ort eine große Leichtgläubigkeit. Die einzige Lösung für das Problem sah Specht deshalb darin, den Kranken davon zu überzeugen, dass er nicht vom Teufel besessen sei.

Als Specht erfuhr, dass der Eremit am 2. Januar 1810 erneut versuchen würde, den Kranken zu heilen, wollte er diesen Anlass nutzen, um seine Gemeinde von ihrer irrigen Meinung abzubringen. Zur Assistenz nahm er einen Schullehrer mit. Fast das gesamte Dorf versammelte sich im Wirtshaus "Zum Engel", wo Specht erklärte, er wolle den Kranken gründlich untersuchen, ob er tatsächlich an einer unnatürlichen Krankheit leide und gegebenfalls sofort dem Erzbischöflichen Vikariat Meldung machen. Specht ließ zunächst dem Kranken vom Eremiten ein Kruzifix geben, auf das der Kranke schreiend und tobend reagierte. Nun legte er ihm ein Tuch über den Kopf, damit er nichts sehen konnte, und gab ihm ein neutrales, kruzifixähnliches Stück Holz in die Hand. Der Kranke schrie ebenso. Er gab ihm nun ein richtiges Kruzifix und sprach belanglose lateinische Worte ohne christlichen Bezug - trotzdem brüllte der Kranke. Gleiches geschah, als er ihn statt mit dem geweihten Leibgürtel des Eremiten mit einem Kälberstrick berührte. Das Publikum, das während der Demonstration des Pfarrers zunehmend unruhig geworden war, wurde nun richtig gegen den Pfarrer aufgebracht, da er ihnen gezeigt hatte, dass es nicht der Teufel sein konnte, der aus dem Kranken schrie. Sie warfen ihm vor, Teufelsverblendung zu treiben und verhöhnten und verlachten ihn. Er verließ nun das Gasthaus, um "von diesem boshaften Haufen" nicht noch misshandelt zu werden.

Specht teilte, zuhause angekommen, sofort den ganzen Hergang der herzoglichen Regierung in Wiesbaden mit und bat um Schutz und Hilfe, denn er hatte nicht nur mehrere Geldschäden erlitten, sondern auch "elf Obstbäume bester Sorte" waren aus seinem Garten gestohlen worden. Ferner bat er darum, durch eine genaue Untersuchung sein Ansehen wieder herzustellen. Wenige Tage später erhielt er aus Wiesbaden die Mitteilung, dass der abergläubische "Wickerer Pöbel" und vorallem der Eremit in ihre Bahnen verwiesen und er, Specht, vor weiteren Verunglimpfungen abgesichert würden.

Am 17. Januar 1810 begannen die offiziellen Untersuchungen des Falles. Der beauftragte Kommissarius berichtete, dass die Eltern des Kranken immer noch von der Teufelsbesessenheit überzeugt seien. Dem Eremiten in Gimbach wurde verboten, sich weiterhin nach Wicker zu begeben. Er versteckte sich in Wicker, wurde jedoch von Landjägern festgenommen und nach Wiesbaden gebracht, wo er vier Wochen lang im Zuchthaus saß und schließlich des Landes verwiesen und nach Kastel abgeliefert wurde. Am 19. Januar folgte die ärztliche Untersuchung des Kranken. Nach längerem guten Zureden des Hofrates Dr. Gräve aus Eltville am Rhein machte der endlich ein Geständnis, das die Vermutungen des Pfarrers weit gehend bestätigte. Er scheint Angst gehabt zu haben, Soldat werden zu müssen. Die Drohung des Arztes, dass er vom Soldatsein nicht verschont werden würde, wenn er sich noch einmal verstellte, wirkte so sehr auf ihn, dass er von nun an gesund blieb, seinem Vater beim Arbeiten half und täglich zur Kirche ging. Vom Teufel, der angeblich so lange sein Unwesen in ihm trieb, bemerkte man nichts mehr. Pfarrer Specht wurde vor der versammelten Gemeinde wieder voll rehabilitiert, der dem Pfarrgut zugefügte Schaden ersetzt.

Von Johannes Specht haben sich einige Briefe an seine Schwester Christiane, die in Seligenstadt wohnte, erhalten. [12] Am 25. Oktober 1813 berichtet er ihr, dass er in Sindlingen, wohin er wegen der Plünderung Wickers geflohen war, gehört habe, dass "zu Selgenstadt die Franzosen beim Rückzug sehr geplündert haben" und er sich nun um ihr Wohlergehen sorge. In Wicker lagen sieben Tage lang 9000 Mann. Sowohl ihm als auch allen anderen Leuten in Wicker wurden "Wagen, Egge, Pflug, Schrank, Bettladen, Kelter, Bütten, Fässer, Thür und Laden, das Eingeweidt in Häusern, Ställ und Scheuern fast all verbrennt". "Welches Elend!" klagt er und fährt dann fort:

Gott sey Dank, daß ich gesund bin. Ich wär schon lang nicht mehr in Wicker, wenn nicht gar so viele krank wären und dahinsterben. [...] Viele dieser Gegend werden das Opfer dieser eisernen Zeiten. [...] Schreibe mir doch bald, wie Deine Reiß nach Selgenstadt ausgefallen, ob Du gesund durch den Schlamm angekommen, ob Du Deine Sachen noch all, oder zum Theil, oder leider wenig mehr angetroffen hast, ich fürchte, Du bist auch um vieles gekommen. [...] Die Landjäger sind einberufen, der Schwester ihr Sohn Johannes muß auch mit. Überall bey uns tiefe wunden. Das Grab wird sie wieder ausheilen.

Nachdem er auf diesen Brief keine Antwort erhielt, schrieb er ihr am 19. Dezember 1813:

Ich bin außerordentlich in Verlegenheit wegen Dir [...], weil ich hör, ganz Selgenstatt sey ausgeplündert worden, und bis dato hab ich noch keinen Brief von Dir gesehen. Dies setzt mich in große Unruh, daß ich dies nicht genug beschreiben kann [...]. Wicker sieht itzt erbärmlich aus, es sind noch wenig Truppen hier, weil sie die Logis meistens selbst unbewohnbar gemacht haben. Der Mangel an Holz war so, daß sie die Stall, die Scheuer, sogar viele Häuser ihrer Wände und ihres Gewändes beraubt haben. [...] Ich habe meinen ganzen Verlust aufgesetzt und an die Regierung eingeschickt, ich war auch selbst zu Wiesbaden [...], sie haben mir einstweilen 250 fl als Unterstützung von meiner Grundsteuer zurücktzuzahlen versprochen [...]. [Der Schaden erstreckt sich] auf 5111 fl 42 kr, [...] ich hab ihnen zunächst meinen Verlust beschrieben, aber auch wie ich behandelt worden bin, daß sie mich neulich wie ein Schlachtschwein behandelten [...]: Knieend auf mir hielten vier die Händ und Füß, der fünfte löste mein Halstuch ab und setzte mir das Messer an die Kehl, auf mein Schreien liefen die meinigen herzu, und da ließen die Barbaren mich gehen. Während diesem wurde nun auch mein Gesind aus dem Haus getrieben, itzt sah der Pfarrhof einem Ameisen Haufe gleich, jeder war beschäftigt, seinen Raub davon zu tragen, sie sahen alles für das ihrige an, was sie nicht brauchen konnten wurde zertrümmert, bis das Haus sogar der Thüren, der Läden, der Speicher- und Stubenböden beraubt war. [...] Die Lebensmittel gehen in Wicker bey den vielen Truppen aus, und ich glaube, ehe der Winter vorüber ist werden die meisten von Hunger fortgetrieben sein. Die Schwester Magdalena leidet auch ungemein.

Um ihr zu helfen, machte er eine "Supplique" nach Höchst an das Amt, wurde an das "Criegscollegium" in Wiesbaden verwiesen, das er selbst aufsuchte und dann "an einem Tag an 6 Orten" war, um ihr und sein Anliegen mündlich vorzutragen. "Wies nun gehen wird", schreibt er, "weiß ich nicht, es ist außerordentlich scharf, es muß alles das Gewehr ergreifen".

Seiner Schwester Christiane bot er an, sie mit Geld zu unterstützen, falls sie ausgeplündert worden sei. Er fährt dann fort:

Noch was muß ich Dir schreiben. Ich habe, weil meine Kartoffeln aus dem Keller so häufig geschleppt worden sind, durch einen Mann ein großes Grabloch auf den Kirchhof machen lassen, damit ich Setzkartoffeln und vielleicht auch etwas zum Verkaufen fürs Frühjahr übrigbehalten möge, und zwar in der Nacht um 1 Uhr durch 4 Weibsleuth 30 und etliche schwere Körb voll. Dieses sieht nun einem Grab völlig gleich, und keinem Soldat fällt es ein, an diesem Ort Kartoffeln zu suchen, wäre ich mit andern Sachen so vorsichtig gewesen, so wäre ich nicht so übel hinweggekommen. Doch wenn mir Gott die Gesundheit erhaltet, so will ich ihm noch dankbar seyn. [...] Ich schätze mich [...] als geplünderter Gesunder glücklicher als ein ungeplündeter Kranker.

Erst am 27. Dezember 1813 erhielt Specht den von seiner Schwester am 30. Oktober geschriebenen Brief. Er antwortete ihr am 14. Januar 1814, daß er nun froh sei und ihr Brief ihn aus banger Besorgnis herausgerissen habe. Er riet ihr ab, sich an den Kaiser zu wenden, denn dieser gewähre sicher keine Entschädigung. Er schreibt weiter:

Ich bin itzt gesund, und dies umso mehr, da ich täglich meinen Spaziergang zum Mittagessen in die Mühlen hab. Dies befestigt umso mehr meine Gesundheit. Das Sterben dahier und das herrschende Nervenfieber scheinen in etwas abzunehmen [...]. Die Hoffnung, mich zu besuchen, mußt Du zur Zeit gänzlich aufgeben, weil kein Logis vorhanden ist. Ich logiere noch beim Schullehrer in einer Stube mit seiner Frau und den Kindern. Und es ist auch in ganz Wicker kein Plätzchen für mich, weil der Ort zu sehr ruiniert ist, und wie lang wird es wohl dauern, bis das Pfarrhaus bewohnbar gemacht wird [...]. [Das Grabloch im Kirchhof mit den Kartoffeln] ist nun zwar vor den Soldaten gesichert, allein es ist bey den Wickerer bekannt worden, und vor diesen, die das Kosackenhandwerk ebensowohl verstehen und treiben hab ich nicht weniger mich zu fürchten, besonders wenn bey manchen die Lebensmittel ausgehen. Die Schwester zu Sindlingen wurde wieder gesund, allein weil ihr Sohn zu den Soldaten genommen wurde, so kränkt sie sich im höchsten Grade, sodaß eine neue Krankheit zu befürchten steht. [...] Ich denke es ist am allerbesten, wenn ich nur eine kleine Haushaltung führe und nur das allernotwendigste anschaffe. [...] Ich hab noch 8 Hempter, über 12 dürfen sie mir nicht kommen, ich werde, solang ich lebe, nie mehr eine große Wasch haben, und überhaupt mein Sach so klein einrichten, als mir immer möglich ist. Es eckelt mir itzt alles an, meine goldne Sackuhr, die ich mit den Bettungen nach Sindlingen geflüchtet, will ich nimmermehr sehen, diese sollst Du für den Franz hinwegthun, und jeder Kreuzer, der erübrigt werden kann, soll für euch in Sicherheit gebracht werden. [...] Sobald [...] die Zeiten ruhiger werden, oder Maynz gefallen ist, [...] dann werd ich von allen Seiten arbeiten, daß das Pfarrhaus hergestellt wird. Alsdann kannst Du von Deinem Küchengeschirr und was Du glaubst daß notwendig sey aufm Wasser gemächlich bis nach Flörsheim fahren lassen.

Auch ein halbes Jahr später konnte Pfarrer Specht sein Pfarrhaus noch nicht benutzen, da die "reparation" des Hauses den "langsamsten Gang" nahm, wie er seiner Schwester am 31. Juli 1814 in einem Brief erzählte. Die Ursache sei, dass "gar zu viel allenthalben zu machen ist". Er wünsche sich nichts mehr, als dass

[...] ich wieder in meiner Ruh und Ordnung wär, dies Jahr ist mir viel länger geworden als alle vorhergehenden zusammen, welche ich hier verlebt habe. Ich hoffe nun, weil mein Sach abgegeben ist, und ich keine Sorg und keine Unruh habe, meine künftigen Tage ruhiger, zufriedener und vergnügter zuzubringen, weil die Haußhaltung beschränkt und einfach ist, kein Taglöhner, kein Knecht mehr seyn wird, so sind wir stets unter uns, eine Magd, welche treu und arbeitsam ist, suchen wir uns aus, diese muß das Wasser holen, das Vieh besorgen, und die grobe Arbeit thun. [...] Die Anna Maria Schäferin, meine ehemalige Köchin, läßt Dich grüßen. [...] Ich habe ihr gesagt, daß Du mit den Kindern zu mir kommst, da sagte sie, das sey ihr doppelt lieb, daß dies geschehe, und vorzüglich, weil Du nach Deiner itzigen Lag zu mir gehen könntest, so wär das gefehlt, wann dies nicht geschehe, sie freye sich selbst darüber.

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Die Familie Allendorf <A.CB>

Der Name Allendorf ist vermutlich aus einer Ortsbezeichnung entstanden. In der Einwohnerliste von Wicker taucht der Name nur einmal auf: [13] 1609 lebte dort die landgräfliche Notbederin Ayla NN, Witwe von Wolf Allendorf aus Wicker. Sie hatte acht Kinder im Alter von 3 bis 16 Jahren und einen verheirateten Sohn.

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Anmerkungen

  1. Ernst, Einwohnerlisten Weilbach und Wicker, S. 395. [Zum Text]
  2. Brief vom 2.5.1941 im FSF. [Zum Text]
  3. Abschrift im FSF. [Zum Text]
  4. Original im FSF. [Zum Text]
  5. Über sie vgl. Die Familie Specht. [Zum Text]
  6. Abschriften der Briefe im FSF. [Zum Text]
  7. Es folgt eine namentliche Auflistung der Verletzten und Toten unter den Offizieren und der "gemeinen" Soldaten aus Seligenstadt und Umgebung. [Zum Text]
  8. Vgl. die Briefe an sie von Johannes Specht. [Zum Text]
  9. Originale Briefe im FSF. [Zum Text]
  10. Über ihn vgl. Die Familie Schönbach. [Zum Text]
  11. Abschrift im FSF. Das Original befindet sich im Pfarrarchiv Wicker und wurde 1948 "in etwa 5stündiger Arbeit" von Frl. Rosemarie Kremer, der Tochter des dortigen Lehrers, abgeschrieben (Brief vom 26.2.1948 von Pfarrer Spahn an Albert Sandfuchs jun.; FSF). [Zum Text]
  12. Abschriften im FSF. [Zum Text]
  13. Lorenz Ernst, Einwohnerlisten aus Weilbach und Wicker 1609. In: Hess. Familienkunde 6 (1962/63), S. 391-398; hier S. 398. [Zum Text]

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