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Die Familiengeschichten der Ahnenliste Vivell

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Die Familie Neef <AA.D>

Zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen der Stadt Wolfach zählte früher das Gaststättengewerbe. Das Wolfacher Stadtbuch von 1470 bestimmte, dass man "alle jar nach den wirten schicken [soll] und die fragen, ob sie schencken wöllen, wöllicher dann zueseit, der sol ein jar win schencken und nit on win sin". [1] Das "Anhalten ums Wirten" geschah bis Ende des 16. Jahrhunderts vor dem Ehrsamen Rat beim sog. Jahrgericht, später dann bis ins 19. Jahrhundert hinein am letzten Werktag des Jahres vor dem Oberamt.

Die zahlreichen Wirtschaften in Wolfach befanden sich früher meist im Besitz von nur wenigen Familien, die zudem oft miteinander verwandt gewesen sind. Eine davon war die Familie Neef. Am 19. September 1648 wurde dem Metzger Jakob Neef <AAD-E> "auf Anhalten" die Eröffnung der Salmenwirtschaft "mit den folgenden Bedingnüssen von Amtswegen" erlaubt: [2]

1. daß er sich jederzeit im Einlegen und Ausschenkhen des Weins in allem der Landes- und der Stadtordnung gemäß verhalten, 2. Balthasar Beckhen dem Sonnenwirt an der Ladstatt und fremden Fuhrwerk im wenigsten keinen Eintrag tun, [3] 3. Alles Ungebühr in seinem Haus abschaffen, ungelegenheit, soviel möglich verhüeten und da was Frevelbares vorlaufen wurde, jedesmal ohneingestellt, im Amt offenbaren und anzeigen, und 4. endlichen, da in Zeit seiner Wirtschaft (welches Gott gnedig verhüetten wolle) vermittelst seiner selbst, seines Gesündes und Gästen Verwahrloßen der Nachbarschaft durch Feuer oder sonsten schaden beschehen wurde, er denselben mit seinem Hab und Gut zu büeßen und abzutragen schuldig und verbunden sein solle.

Drei Jahre später kündigte Jakob Neef die Wirtschaft auf, "welches von E. E. [einem Ehrsamen] Rat für bekannt angenommen und der Schild herunter getan worden". [4] Jakob übernahm 1651 den Gasthof "Zum Ochsen", der viele Generationen lang im Besitz der Familie Neef blieb. 1676 wird als Besitzer des Salmens Georg Leonhard Glück <AAC.BBA-A> genannt. [5] Vermutlich übernahm Glück den Salmen bereits 1651 nach seiner Heirat mit Maria Eva Neef, der Tochter des Salmengründers Jakob.

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Die Familie Schmid <AA.DA>

Die Familie Schmid stammt vermutlich aus Schenkenzell, wo Gallus Schmid <AA.DA-F> in der Fronau wohnte. Die Ahnenreihe führt weiter über Hans <AA.DA-E>, der im Jahre 1609 Maria Haas heiratete und in Wolfach Küfer wurde, zu Georg Schmid dem "Khüefer" <AA.DA-D> (1622-1690). Georg ist im Jahre 1671, "weilen er bey negst vorgeweßer laydiger Feuersbrunst allhier mit Unwahrheit vorgeben, daß nachdem er auf dem obern Thurn [bei der Stadtbrücke] nur einen Schutz vollbracht, kein Pulver mehr vorhanden gewesen und dadurch die gemaine Stadt verscheümpfen wollen, in Thurn zue legen erkannt worden". [6] (Nach einem Ratsbeschluss von 1589 mussten auf dem Wolfacher Tor "in Feuersnöten 3 Schitz beschehen".)

Ein Urenkel von Georg war der Rotgerber Christian Schmid <AA.DA-A> (1726-1768). Als im Jahre 1986 die Ufermauer beim Gassensteg in Wolfach teilweise abgetragen und wieder neu errichtet wurde, weil die Wurzeln des nahen Kastanienbaumes sie in Mitleidenschaft gezogen hatte, fanden die Arbeiter in der Mauer einen behauenen Sandstein mit der Aufschrift: "CHRISTIAN SMID SELIG IST GESOBEN ANO 1768". Als 1840 der Friedhof um die St. Laurentiuskirche Wolfach an die heutige Stelle verlegt wurde, kamen die alten Grabsteine vermutlich in den Bauhof und wurden für den Bau der Ufermauern wiederverwendet, der um 1850 begann. [7] Der Stein befindet sich jetzt im Heimatmuseum Wolfach.

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Die Familie Sandhaas <AA.DB>

Während des Polnischen Thronfolgekrieges (1733-1735) stand im September 1734 ein "kayserlich Commando von Dragonern und Reitern allhier zu Wolfach auf der Postierung. Anthoni Sandhaas <AA.DB-A>, der Zunftmeister der Metzger, hat anfänglich auf inständiges Anhalten ein und anderer Soldaten verschiedenen von ihnen Flaisch gekocht, selbiges selbsten gemetzget und verspeißet; als nun dessertwegen Johannes Müller, Sonnenwirt, [8] zu dem Stadtschultheißen [Lorenz Sandhaas] gegangen und sich hierüber beklagt, hat der Schultheiß dem Anthoni Sandhaas ein solches bei Straf verboten; indeme hingegen der Commandierend Oberstwachtmeister Herr von Aichelberger dies Verbot absolute nicht geduldet, so hat man Sandhaasen ohngefähr 3 Wochen lang wie zuvor verspeisen lassen müssen. Vratislaus Moser und Jörg Hug, beide Metzger, nennen ihn einen Stimpler und greifen ihn auch als Ratsfreund an, ebenso Melchior Decker". [9] Letzterer wird "auf den Habercasten", die ersteren zu 2 fl Strafe verurteilt und alle zusammen ermahnt, "wieder guter Freundschaft zu sein". Gleichzeitig wird beschlossen, "daß während der Postierungen alle Wochen und Täg jeder Metzger, der da gutes Fleisch zu schlachten imstande ist, an Sied- und Bradtfleisch metzgen dürfe, was und sovihl er wolle".

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Die Familie Vollmer <AA.DBA>

Die Familie Vollmer stammt aus dem Übelbach, einem Seitental des Langenbaches. Das Übel- und Langenbachtal gehören zur Gemeinde Kinzigtal ("Kintzgerthal"), die am 1. Dezember 1971 in die Stadt Wolfach eingemeindet wurde. [10] Mit "Kinzigtal" ist hier also nicht das gesamte Tal der Kinzig gemeint, sondern nur diese Gemeinde, zu der neben zahlreichen Tälern die beiden Ortsteile Halbmeil und St. Roman gehören. Die wirtschaftlichen, sozialen und kirchlichen Bindungen zwischen Wolfach und Kinzigtal waren schon immer sehr stark. Der Kinzigtäler Vogt amtierte in Wolfach im oberen Vorstadttor, das sich in der Nähe des ehemaligen Gasthauses "Zum Engel" (Wolfach) befand. Beim Brand des Vorstadttores 1849 wurde das Gemeindearchiv von Kinzigtal vernichtet.

In einem alten Hofgut im Langenbach entstand im Wohnteil des Hofgebäudes im Jahre 1615 die Gastwirtschaft "Zur Sonne". [11] Der erste Wirt, der später auch Vogt der Gemeinde Kinzigtal wurde, hieß Jakob Vollmer <AADBA-C> (ca. 1570-1643) und stammte aus dem Übelbach. Er heiratete um 1590 Barbara Heizmann aus Kinzigtal. Im Jahre 1615 berichtet ein im f.f. Archiv in Donaueschingen aufbewahrtes Protokoll des Oberamtes Wolfach: [12]

Jakob Vollmer in Übelbach hat abermalen angehalten ihn hievorbegehrtermaßen im Langenbach Wirthschaft treiben zu lassen, dem es (weyl der Vogt und Gericht solches auch für gut geachtet) dergestalt bewilliget, daß er der Landesordnung gemäß würte, darinnen keine Gefahr brauchen, noch auch die Leut übernehmen, sondern den Gästen zimblich Futter und Mahl umb einen billichen [Pfennig] darreichen und aufstellen, auch allen Unterthanen im Langen- und Übelbach frey stehen solle, die Hochzeithen, Taufsuppen und waß dergleichen bei ihm oder zur Halbenmeyl zu halten, und soll auch mit dem Schießen umbgemacht, aber khein Gericht zu Übelbach gehalten werden.

Ab 1636 durften in der "Sonne" auch "Kaufzehrungen" abgehalten werden.

Drei Jahre nach ihrer Gründung begannen durch den 30-jährigen Krieg für die "Sonne" schwierige Zeiten: Der Krieg brachte zwar in den ersten 14 Jahren keine feindlichen Besetzungen im Kinzigtal, dafür aber Durchzüge der eigenen verbündeten Truppen, die oft genauso schlimm hausten wie die Gegner. Es gab zwangsweise Nahrungsmittel- und Geldabgaben sowie Frondienste für die Befestigung der Städte Wolfach und Hausach. Von 1632 an begannen auch im Kinzigtal die ersten Besetzungen durch feindliche schwedische und französische Truppen. Sie nahmen Kontributionen und Brandschatzungen vor und brachten eine große Hungersnot und die Pest mit sich. [13] An Pest starben im Jahre 1635 im Kirchspiel Wolfach-Kinzigtal 432 Personen, nahezu ein Drittel der damaligen Einwohnerschaft. Im Jahre 1643 machte der Wolfacher Stadtpfarrer Simon Loth im Totenbuch seiner Pfarrei folgenden Eintrag: [14]

Im anfang dieses Jahres gleich nach dem Fest Matthiae Apl. [24. Februar 1643] sein allhie die Weimarische Kriegs Völkher eingefallen, 15 Wochen bestendig Verpliben, durch welche alle beynahe Pfarrkinder in das ellendt Vertriben, in selbigem erfroren oder sonsten wegen Kummernus gestorben sein.

Es folgt eine Liste von elf Verstorbenen, darunter:

Barbara Heützmennin, Jacob Volmers Vogts in Kintzgerthal Haußfraw. [...] Jacob Volmar, Vogt im Kintzgerthal.
Dise alle sein von Mathiae ernenten biß auff den 21. tag Julij, thails von Soldaten jahmerlich geschlagen, plagt, gequelet, umbgebracht wurden oder auß lauter Trawrigkeit und Laid gestorben.

Jacob Vollmer hatte bereits im Jahre 1629 Hofgut und Wirtschaft seinem Sohn Paul Vollmer <AADBA-B> (1602-1678) übergeben. Paul amtierte in späteren Jahren ebenfalls als Stabsvogt von Kinzigtal. Er heiratete dreimal: um 1629 Lucia Heizmann, sieben Jahre später Anna Armbruster aus Schapbach und als 73-jähriger Elisabeth Heitz.

Früher wurde genau darauf geachtet, dass jede Wirtschaft ihr eigenes "Einzugsgebiet" hatte, um ihr eine solide wirtschaftliche Grundlage zu geben. So kam es auch zu folgendem Streit: [15]

Im Jahre 1658 erwuchs zwischen Paul Vollmar, dem Vogt und Langenbacher Wirt, und Thobias Waydele, dem Wirt in der Halbmeyl, wegen der Staabs- oder Taalszehrungen ein Zankh und Streit, indem jeder die zehen Bauern bei St. Roman in seinen Zehrungsbezürkh züehen und haben wollen und darüber amtlichen Bescheid begehrten. Warauf zu Bescheid erhalten, daß Vogt Vollmar Wirtschaft halber sich einzig und allein mit beeden Thälern und Zünkhen Langenbach und Übelbach und was selbige in sich haben, be[g]nüegen müsse, übrige Stabsangehörige aber alle, soviel die Zehrung belangt, zur Halbmeyl von Alters her gehören und bleiben sollen. Anlangend die ordinari- und auch An- und Endschießen sollen selbige, wie auch die Gesellentäntz, allewegen zweimal bei der Halbmeyl, das drittemal aber beim Vogt im Langenbach, und wo oder an welchem Ort geschossen wurde, an selbigem Orte auch der Tanz und nit an beeden Orten zumahl gehalten werden.

Während des französischen Krieges gegen Holland (1672-79) blieb die f.f. Herrschaft Wolfach zwar von fremden Truppen verschont, aber die eigenen kaiserlichen Soldaten hausten gewalttätig darin, sodass sich besonders von einzeln stehenden Gehöften viele Einwohner nach Wolfach flüchteten. Im Wolfacher Totenbuch steht geschrieben: [16] Am 21. Mai 1678 "ist allhier zu Wolfach gestorben in der Flucht Paulus Vollmer, Vogt in dem Kintzigerthale, wohnhaft in dem Langenbach."

Aus Paul Vollmers zweiter Ehe gingen u.a. seine Söhne Georg <AADBA-A> (1650-1738) und Paul (1657-1705) hervor. Georg machte sich in Wolfach als Metzgermeister selbstständig und wurde dort Ratsherr; Paul übernahm im Jahre 1678 Hof und Wirtschaft seines Vaters. Das Gasthaus "Zur Sonne" im Langenbach blieb über Mathias, Josef, Andreas, Matthäus und Severin Vollmer noch fünf Generationen lang im Familienbesitz. Severin verkaufte nach neunjähriger Tätigkeit das Hofgut und die Wirtschaft, um den Thesenhof erwerben zu können. Am 11.Juni 1878 brannten die "Sonne" und das Hofgut bis auf die Grundmauern nieder. 200 Zentner vor dem Hause aufgestapelte Rinde verbrannten mit. Nur das Vieh konnte gerettet werden. Am 12. Mai 1882 wurde das drei Jahre zuvor wieder erbaute Haus erneut von einer Feuersbrunst heimgesucht. Trotz rasch herbeigeeilter Hilfe konnte auch dieses Mal, außer dem Vieh, nichts gerettet werden. (Das Gasthaus Sonne existiert heute noch.) [17]

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Die Familie Sandhaas <AA.DCAA>

Johann Sandhaas <AA.DCAA-A> hinterließ bei seinem Tode 1673 an barem Geld in Gold 181 fl 30 kr, an Silbersorten 206 fl 30 kr, 108 Pfund Zinngeschirr (das Pfund zu 12 kr) und ungefähr dieselbe Menge Kupfergeräte. [18]

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Die Familie Armbruster <AA.E>

Von etwa 1740 an war der Gasthof "Zur Sonne" in Schenkenzell 150 Jahre lang im Besitz der Familie Armbruster. Der Gasthof entstand bereits im 16. Jahrhundert als Rathausstube: Am 10. Juni 1564 gab Landgraf Albrecht von Fürstenberg in einer Urkunde bekannt, dass die Gräfliche Herrschaft zu Fürstenberg nach der "Erbauung einer neuen Wirthschaft, Herberg, Baadstuben und Metzig", welche der Müller Christa Löistlörn von Schenkenzell auf seine Kosten durchführte, ihm und seinen Erben den Grund und Boden hierzu auf dem sog. Allmendgrün auf ewiges Erblehen überlassen wolle. [19] In der "Stube" fanden alle öffentlichen Anlässe der Gemeindeverwaltung sowie alle Hochzeiten, Kindstaufen, Schützenzehrungen und anderen privaten Veranstaltungen statt. Die Rathausstube war eine Schildwirtschaft; im Gegensatz zu den Gassenwirtschaften durfte sie auch Fremde beherbergen.

Baulich hat sich das alte Fachwerkhaus in den ersten 300 Jahren seines Bestehens wenig verändert. Im Erdgeschoss gelangte man durch Arkaden in eine kleine Freihalle, hinter der die hauseigene Metzgerei war, die bis zum Jahr 1878 bestand. Im ersten Stock befanden sich die Wirtschaft, die Wohnung des Wirtes und die Fremdenzimmer, im Dachgeschoss die Heu- und Vorratsbühne (-speicher). Im Jahre 1870 wurden im Erdgeschoss die Arkaden beseitigt und der dahinterliegende Freiraum als Gastwirtschaft nutzbar gemacht. An die Zeit der Sonne als Rathausstube erinnerte lange Zeit ein Prangerstein, der bis 1870 vor dem Gebäude stand und dann als Spülstein Verwendung fand, sowie das Gemeinde-Arrestlokal, das hinter der Sonne lag und erst vor dem 2. Weltkrieg durch die Gemeinde an die Besitzer des Gasthauses verkauft wurde.

Die Namen der Gastwirte, die der Sonne zu ihrem guten Ruf verhalfen, lassen sich schwer ermitteln. Der Nachfolger des ersten Sonnenwirts Löistlörn war der um 1600 erwähnte Paul Heitzmann. Um 1700 erscheint in den Akten Michael Bühler als Sonnenwirt. Danach wird Josef Zeller als Wirt der Sonne genannt, der die Wirtschaft um 1740 an Sebastian Armbruster <AAE-A> verkaufte. Sebastians Sohn Josef <ABA3-A> heiratete 1771 die Kronenwirtstochter Katharina Stiegler aus Ortenberg. Von ihren Kindern wurden der älteste Sohn Sonnenwirt in Schenkenzell, die älteste Tochter Kranzwirtin in Wolfach und zwei Söhne Kronenwirt in Wolfach und Sonnenwirt in Schapbach. Der letzte Schenkenzeller Sonnenwirt aus der Familie Armbruster war Johann Evangelist, der 1870 den Ausbau des Gasthofes veranlasst hatte und 1878 starb. (Das Gasthaus Sonne existiert heute noch.) [20]

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Die Familie Glück <AA.FA>

Die Wolfacher Familie Glück tritt in der Ahnenliste gleich in vier Ahnenreihen auf: <AA.FA>, <AAC.BBA>, <AAC.BCA> und <ABA.AD-A>. Ältester bekannter Vorfahre in der Ahnenreihe <AA.FA> ist Michael Glück <AA.FA-C>, der am 6. September 1627 "zur Einziehung der Halbschazung zu der Schanz vom E. Rath uff Michaelis erkhannt" wurde. [21] Michaels Sohn Bartholomäus Glück <AA.FA-B> wird als "Gastgeber zum Rothen Lewen zu Wolffach" erstmals im Jahre 1612 erwähnt. [22] Dieses Gasthaus befand sich in der Vorstadtstraße 50. (In der Mitte des 19. Jahrhunderts erhielt das Gasthaus aus Anhänglichkeit zum badischen Fürstenhaus den Namen "Zähringerhof", Wilhelm Armbruster verlegte es 1909 in die Vorstadtstraße 100. Seither wurde das Haus Vorstadtstraße 50 als der "Alte Zähringer" bezeichnet. Der Wappenstein des "Roten Löwen" aus dem Jahre 1764 wurde über der Einfahrt des nach dem Vorstadtbrand von 1849 neu gebauten Gasthauses und nach dem Abriss des Gebäudes im Jahre 1988 im Rahmen der Vorstadtsanierung an der Wand in den Arkaden des 1993 neu gebauten "Quartier I" angebracht.) [23]

Bartholomäus Glück war Kirchenschaffner, Ratsherr, Bürgermeister (1633), Stabhalter (1651) und von 1645 bis 1653 Schultheiß. [24] Er und seine Frau Eva Faich erwarben am 19. Februar 1618 von den Eheleuten David Knoller, Bärenwirt, und Anna Bühler das Feld "mit Matten, Baumgarten vndt Wasserleitung, vorm Vogtsbach im Mezenloch gelegen" um 615 fl. [25]

Durch einen Blitzeinschlag in die Scheune des Sonnenwirts Lorenz Beck am 27. Juli 1638 brach ein Feuer aus, bei dem 25 Häuser und Scheunen verbrannten. [26] Dabei kam auch das "Helffer- oder Kürchschaffneihauß in der Hintergassen" (heute ungefähr Schlossstraße) in Gefahr, ein Raub der Flammen zu werden. Bartholomäus Glück berichtet darüber: [27]

Als am 27. July anno 1638 durch bewußter Dinge ein große Brunst allhier entstanden und vorgangen, ich aber ohne besondere erpettene Hülff und Gottes Bewahrung ehrlich Leuth, das Helfer- oder Kürchschaffneihauß nit retten mögen, hab ich uf derselben trewlich Arbeit 10 Maßen Wein à 15 kr spendiert.

Von den Auswirkungen des 30-jährigen Krieges blieb Wolfach zunächst weitgehend verschont. Als sich der Krieg jedoch auch nach Süden ausdehnte, zogen im Mai 1632 die ersten Soldaten durch Wolfach. Die "Prenckischen Reütter" stießen dabei die Hoftüren von Bartholomäus Glücks Haus auf und stahlen neben Wagenräder auch Betten, um sie in anderen Häusern wieder zu verkaufen unter der Drohung, alle Betten in Stücke zu hauen, falls man ihnen kein Geld gebe.

Am 17. Juli 1632 trat der ehrsame Ausschuss der Herrschaft Kinzigtal unter der Leitung von Oberamtmann Vratislaus Finkh, Schaffner Andreas Schnetzer <AAC-G> und Landschreiber Johann Roth in Wolfach zusammen, um zu beraten, wie man sich gegenüber dem Feind insbesondere bei Kontributionen verhalten solle. Bürgermeister Bartholomäus Glück sprach dabei die Befürchtung aus, "wann mann sich ein einzigesmal zu der Schwedischen Contribution verstehen wurde, hätte man heunt oder morgen die Kayserlichen, so wieder obsiegen sollten, wegen Contribuieren mehr zu fürchten; auch müsse man die ganze Gemein fragen, sintemalen etliche sich verlauten lassen, sie wollten weder dem von Oßa als Kayserl. Commißar, geschweige den Schwedischen contribuieren". [28] Der Ausschuss verfasste schließlich zur Erhöhung der Sicherheit der Stadt eine "Proposita" mit 15 Punkten.

Den 16. Januar 1634 machten "die Villinger", die österreichisch waren und zu jener Zeit häufig Raubzüge unternahmen, mit Hilfe von Schapbacher Bauern einen Anschlag auf die "allhie liegendte Schwedische Völckher": [29] sie kamen morgens um 5 Uhr vor das Tor, wo die Wolfacher Bürger die Wacht hatten. Die "ermelten Bauern gaben der Wacht Antwort, gaben sich für Bürger aus, kamen also in die Stadt, machten etliche Soldaten [...] nieder und haben, was sich nit versteckt, mitgenommen, auch eine ziemliche Beut an Pferden und anderen Sachen bekommen". Durch diesen Einfall drohte der Stadt großes Unheil, denn 1000 Mann der "schwedischen Völcker" hatten schon den Befehl "alles niederzuhauen und die Stadt zu verbrennen", doch wurde dies wieder verboten, weil die Stadt und die Bürgerschaft keine direkte Schuld hatten.

Um den Hintergrund dieses Überfalls zu untersuchen, erhielt der Rittmeister Schilt "die vollkommene Gewalt, nicht allein Schultheißen, Burgermeister und ganzen Rat, sondern auch die vorgesetzte Obrigkeit allhier zu Wolfach mit sich gefänglich hinwegzuführen". Auf "höchliches Bitten" erreichten die Wolfacher, dass von den Oberamtleuten nur der Landschreiber Johann Roth und vom ehrsamen Rat Bürgermeister Bartholomäus Glück abgeführt wurden. Der Rat gewährte Glück für seinen Einsatz einige Sicherheiten und Gegenleistungen:

Alldieweil diesem sich in solche Gefahr und von seinem Weib und Kindt, ja Haus und Hof hinwegzubegeben über die Maßen schwer fallen wollen, es seye denn, daß ihm dessentwegen von gemeiner Stadt ein genügsam Revers und Schadlos gegeben werde: Als haben Schultheiß, Burgermeister und Rat dieser Stadt Wolfach ihme bürgenweise versprochen und zugesagt, daß, wofer ihm einiger Schad, Unheil, Unglimpf und Nachteil aus dieser Reis, auch seinem Weib und Kindt, auch Haus und Hof, so hieraus und dessentwegen, und von dieser Reiß herrührend, entspringen möchte, er in alleweg schadlos, auch Haus und Hof unterdessen, so lang er außer Lands, vor aller Einquartierung frei und sicher gehalten werden solle.

Die genaue Untersuchung der Angelegenheit stellte die Unschuld der Wolfacher an dem Einfall fest. Da aber durch die Bewohner der Herrschaft und der Stadt nichts zur Verhinderung dieses Einfalls geschehen war, wurde ihnen ein stillschweigendes Einverständnis und "Zuthun" unterschoben und die Stadt und die ganze Landschaft zur Bezahlung von 24 000 fl verurteilt.

An Gewaltakten der rohen Soldateska fehlte es bei den Einquartierungen nie. So ist am 17. Februar 1638 "Anna, eine Soldatenfrau von dem Alt Pappenhaimischen Regiment [...] von einem soldaten selbigen Regiments in Burgers Barthle Glückhen behausung gestochen und den 18. volgends alhie begraben worden". [30]

Im Sommer 1638 kamen die Schweden nach Wolfach, das zu einer Verteidigung nicht stark genug befestigt war und sich deshalb ergab. Am 4. September zogen die Feinde in die Stadt, die schwer darunter zu leiden hatte. Erst am 12. kehrte wieder etwas Ruhe ein. Bartholomäus Glück beklagte sich nun, dass die Soldaten Weihrauch, Wachs, einen Opferstock und ein schwarzes "Trüehlein" zu den Kirchensachen geraubt hätten, seine Akten in der "Stadt Gewölb" seien "übel tractiert" worden: "In einer Laden, wohlverschlüssig in gemeltem Gewölb gelegene, der Kürche zugehörige Rechnungen, Urkunden und andere Sachen sind verloren oder verbrannt worden". Dem Regimentsquartiermeister mussten um "Befreyung des Helfer- oder Kürchschaffneyhaußes" 12 Reichsthaler "guetgemacht werden, damit verhoffend nichts zu Schaden geraten solle".

Am 24. September 1638 zogen die Schweden wieder ab. Kurze Zeit später erschienen kaiserliche Truppen in Wolfach. Deren Regimentsquartiermeister erhielt bei seinem Abzug wegen "Befreyung des Helfferhauses" 5 Reichsthaler zugestellt. Als sich vom 28. Oktober bis zum 8. November das Götzische Regiment in Wolfach befand, hat der "Kirchenschaffner dem Quartiermeister an Geld nichts geben, ist aber umb den Kürchen Haber, so im Heußlin gelegen, allen kommen".

Als die im Januar 1639 einmarschierten Schauenburgischen Soldaten "am 17. Februar abgezogen und hernacher die Stückhlin und Doppelhacken durch die Burgermeister, Stadtschreiber und zugehörigen Burger visitiert, looß gebrannt und wieder frisch geladen worden, haben sy nach Verrichtung bei Burgermeister Barth. Glückhen, mit samt Herrn Schultheißen ein Zech getan" im "Roten Löwen".

Schwedische und französische Truppenteile zogen 1642 raubend und plündernd durchs Kinzigtal. Bartholomäus Glück berichtet, dass das "Helffer Haus ganz voll worden; damit selbiges nit wie andere Häuser verschlagen und abgebrochen worden, hat er einem Furier 12 fl geben müssen". [31]

Bei der 15 Wochen dauernden Einquartierung des französischen Marschall Guébriant im Sommer 1643 entstand der Kirche ein Schaden von über 200 fl durch Raub von Wachs, Weihrauch, Geld und anderen Dingen. [32] In der "Kürchenschaffney" raubten die Soldaten Tuch und verdarben die dort aufbewahrte Frucht. Am 6. September 1643 musste Bartholomäus Glück durch seinen Sohn "Weyrauch von Straßburg bringen lassen, weylen allhier keiner zu bekommen war, ist aber auf der Straß bey Biberach von den Breysachern auch abgenommen worden". In dem "Guebrianischen Quartier [ist] der Stadt Gewölb zerschlagen und sind die schrifftlichen Sachen [städtische Akten] alle heraus s.h. [mit Verlaub zu sagen] ins Koth geworfen worden. Barth. Glückh und der Stadtknecht haben solche auf- und ausgelesen und hernacher ein Zechlein gethan und verzehrt 3 ß und 6 kr."

Am 20. März 1654 genehmigte der Ehrsame Rat, dass Bartholomäus Glück <AA.FA-A> (1630-1709), falls er "sich mit ainer Ehrlichen Weibs Persohn vndt darauff Hochzeit gehalten vndt sich burgerlich eingeschickt haben würdt, [...] der Landts vndt Würthsordnung gemeß, in seines Vatters sel. khäufflich angenommener Behaußung Würthschafft zu treyben vergunnt sein" solle. [33]

Ein Bruder von Bartholomäus, der Salmenwirt Georg Leonhard Glück <AAC.BBA-A> (1628-1718), war Ratsherr, Bürgermeister und von 1690 bis 1703 Schultheiß. [34] Er und seine Ehefrau Eva Neef [35] (1629-1697) verkauften am 8. April 1672 ihren halben Krautgarten "im Möhrlinsagger an Georg Aberlin, am Steeg". [36]

Wie schon ihr Vater hatten auch Bartholomäus und Georg Leonhard unter den Folgen eines Krieges zu leiden. Im Raubkrieg von Ludwig XIV. gegen Holland (1672-79) kam es zu zahlreichen kaiserlichen Truppendurchzügen und Winterquartieren. Zur Erleichterung der Bürger übernahm die Stadt einen Teil der Kosten: [37] Nachdem die Bürgerschaft durch die harten Winterquartiere 1676/77

[...] empfindlich außgemärglet worden und durch den lothring. Rittmeister de Molin bey Christian Haug, Sonnenwirt, und Burgermeister Leonh. Glückh, Salmenwirt, ahn Speiß, Trankh und servis und ander Uncösten inner 22 Wochen eine ziemliche Summe Gelds ufgangen, als hat E. E. Rat bei solcher Beschaffenheit und in Ansehung bey der Stadt dermahlen das Büchsengelt wegen starkher Fruchtzufuhr [Mess- und Stellgeld] ein merkliches tragen thuet, den Rest id est 400 fl aus der Stadt-Cassa zu bezahlen einhellig erkhannt.

Bürgermeister Leonhard Glück, der den Rittmeister de Molin, "underm Commando Herrn Obristen von Mortal", vom 20. Januar bis zum 28. April 1677 "in Quartier gehabt, ist von Ratswegen vor 14 Wochen zu geben erkannt worden: Erstens für Lüechter und Holz 32 fl 40 kr. Sodann für Schlaafgeld und gehabte Unmueß 32 fl 40 kr. Für Stallmüeth 24 fl", insgesamt also 89 fl und 20 kr.

Ein Jahr später beklagte sich Georg Leonhard als Amtsbürgermeister darüber, "daß er neben einem Proviant Offizier noch einen Soldath sambt Weib und Kindt und zu mahlen noch 2 Ordonanz Reuter haben müsse; er bittet, man wolle solche anderwärts verlegen". Der E. Rat zeigt Entgegenkommen und bürdet die zwei "Reuter" seinem Bruder "Bartlin Glückh, dem Wirt zum roten Lewen" auf. [38]

Ihr Winterquartier richteten "Kayserstainische Truppen" im Winter 1678/79 in Wolfach ein. Georg Leonhard Glück schickt seinen Soldaten dem "Christa Sandhasen dem eltern ins Haus, worüber E.E. Rhat aber erkhennt, daß der Soldat mit einem Boletten [Quartierschein] wieder in den Salmen gewiesen wird". "Barthlin" Glück beschwert sich, dass er Einquartierung bekommt, "obwohlen er dem Haubtmann Remscheidt 2 Betten und etwas Tischzeug in Hans Heinrich Schmider des Metzgers Haus, allwo gedachter Haubtmann sambt seiner Frau logieret, hergeben thuet". Der E. Rat sorgt jedoch dafür, dass er seinem Vermögen nach mit Soldaten belegt wird. [39]

Auch der Orléanssche Krieg von 1688 bis 1697 brachte den Wolfachern wieder schwere Einquartierungen. Georg Leonhard, nun Schultheiß, klagte 1697 vor dem Rat, dass der Ort so sehr mit Soldaten "überlegt" ist, dass "solche Last" nicht mehr zu ertragen sei und man Mittel und Wege finden müsse, diese Last zu verringern. [40] Nach dem Friedensschluss am 31. Oktober 1697 kehrte nach und nach endlich wieder Ruhe ein ins Kinzigtal und so hat am 17. Juli 1698 der Schultheiß

[...] Lienhard Glückh proponiert, demnach auf diesen solch leidigen fürgeloffenen Krieg der höchste Gott uns den solch lang erwünschten Frieden endlich gesendet und dahero gleich andern benachbarten Orten die Schuldigkeit erfordern will, dem höchsten Gott allen inniglichsten Dank zu erstatten, am Sonntag den 20. Juli 1698 eine Andacht zu halten. Und damit gemeine Burgerschaft solch lieben Friedens sich umb mehrer fürterhin erinnere, also ist resolviert, daß nach vollendtem Kirchgang mit Zuzug der wohlehrwürdigen Priesterschaft, löbl. Ober-Ambts und E.E. Raths bey der Herberg zum Salmen ein Mittagsmahl eingenommen und sonsten aber jedem Burger daselbst 1 1/2 Maß Wein und vor 1 kr Brot gereicht werden solle. [41]

Salmenwirt war damals der aus Oppenau stammende Christian Mast <AAC.BB-A>, der 1691 Georg Leonhards Tochter Maria Magdalena Glück geheiratet hatte und damit zugleich das Gasthaus "Zum Salmen" übernahm. [42] Georg Leonhard hatte durch sein 1690 angetretenes Schultheißenamt dafür vermutlich nicht mehr gegügend Zeit.

Georg Leonhard Glück hielt im Jahre 1698, ganz still in seinem Hause, Hochzeit mit Elise Lang, obwohl weder der Geburtsbrief seiner Braut noch die 100 Reichsthaler bares Vermögen dem E. Rat vorgewiesen worden waren. [43] Der Rat wachte ängstlich darüber, dass keine eheliche Verbindung stattfand, bevor alle herkömmlichen Vorbedingungen erfüllt waren. Die Bürgerschaft beschwerte sich über Glücks Verhalten, weil dies gegen die Privilegien verstieß. Der E. Rat sucht "Satifaction" beim Oberamt und "stellt bis Austrag der Sach die Ratstäg ein". In der Folge wird dem Schultheißen das Bürgerrecht aufgekündet. Auf die Klage desselben beim Amt wird die Angelegenheit in der Weise geschlichtet, dass Glück, welcher durch seine Eigenmächtigkeit "die Ehre des E. Raths angegriffen", Abbitte leistet. Seine Frau muss vor dem Rat erscheinen, dort ihren Geburtsbrief vorweisen, "auch mit Aydt behaupten, daß die den Burgermeistern vorgewiesenen 150 fl ihr Eigentum sind". Doch findet sie vorerst noch keine Anerkennung als Bürgerin, denn 1700 "begehrt der Amtsbürgermeister Hildtbrandt von E.E. Rath die Resolution, ob des Schultheißen Leonhardt Glückh Hausfrau Elise Lang bei löbl. Stadt Wolfach vor Burgerin angenommen seye". Der E. Rat will die Frage durch die Gemeinde entscheiden lassen, "weil sie die Privilegien berühre". Der Beschluss der Bürger ist ungenau und unklar ausgedrückt; der Eintrag der über den Schultheißen verhängten Strafe ist im Protokollbuch nur angefangen. Seine Stellung scheint er sich aber durch sein eigenmächtiges Handeln sehr erschwert zu haben, denn 1703 tritt er von seinem Amt zurück.

Die Ahnenreihe <AAC.BCA> beginnt mit Kaspar Glück und dessen gleichnamigen Sohn. Der Landschaftseinnehmer Hans Glück <AAC.BCA-A> und seine Frau Anna Joos kauften am 13. Februar 1617 von Bürgermeister Sayler und dessen Frau Ursula Glück deren "Behaußung sambt Krauthgarten" um 620 fl. [44] Der Grabstein von Hans Glück befindet sich heute eingemauert an der Südseite der Wolfacher Stadtkirche.

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Die Familie Kirchgasser <AA.FB>

Während des 30-jährigen Krieges war die Herrschaft Wolfach im Jahre 1639 zur Unterhaltung der Truppen des "zu Oberkirch liegenden Obrist-Wachtmeister[s] Frantz von Oßena unter dem Wolffischen Dragonerregiment" verpflichtet worden. Um die Abgabenlast zu mildern, hat die gesamte Landschaft "für gueth angesehen, zu hoch gedachter Generalität [...] eine Schickung zu thun [...]; solche Commission haben Burgermeister Johann Kirchgasser <AA.FB-A> von Wolfach und Lorentz Knittlinger, Stadtschreiber zu Hausen, verrichtet, in ihrer Zurückkunft aber eine gar schlechte und solche Resolution gebracht, daß es namblichen bei des gedachten Obrist-Wachtmeisters Forderung, namblich wochentlich 300 fl verbleiben thue, und ihm auch sein Ausstand vom 18. December des verloffenen Jahres, der sich auf 3000 fl belaufen thue, bei Antrawung der militärischen Execution, müsse erlegt werden". [45] Nachdem im Jahre 1643 Generalmajor Schönbeck mit drei Brigaden aus Wolfach abgezogen war, bezahlte die Stadt "etlichen armen Weibern, so das Rothauß wiederumb geseubert und der Statt Schrifften auß Burgermeisters Kirchgassers Hauß ufs Rothauß getragen, zuvohr aber ausser dem Unrath heraußgesucht 8 ß". [46] Der Metzger Hans Kirchgasser stellte am 4. März 1633 einen "Lehrbrieue" für 2 Jahre Lehrzeit aus für den Jüngling Hans "Klückh", der Sohn von Bürgermeister Bartholomäus Glück <AA.FA-B> und der Eva Faich. [47]

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Anmerkungen

  1. Disch, Chronik Wolfach, S. 101. [Zum Text]
  2. Disch, Chronik Wolfach, S. 122. [Zum Text]
  3. Zum Gasthaus Sonne vgl. Die Familie Schnetzer. [Zum Text]
  4. Disch, Chronik Wolfach, S. 101. [Zum Text]
  5. Disch, Chronik Wolfach, S. 122. Vgl. 2.3.AA.FA Die Familie Glück. [Zum Text]
  6. Disch, Chronik Wolfach, S. 528. [Zum Text]
  7. Disch, Chronik Wolfach, S. 195, 247. [Zum Text]
  8. Zur Geschichte der "Sonne" vgl. Die Familie Schnetzer. [Zum Text]
  9. Disch, Chronik Wolfach, S. 664. [Zum Text]
  10. Zur Geschichte der Gemeinde Kinzigtal vgl. Hermann Schneider-Strittmatter, Die Stabsgemeinde Kinzigtal. Eine Heimatgeschichte, hrsg. v.d. Gemeindeverwaltung Kinzigtal/Schwarzwald, Wolfach: Sandfuchs, 1962. Hans Harter, Der Stadtteil Kinzigtal. In: Schwarzwaldstadt mit Tradition. Wolfach. Kirnbach. Kinzigtal, hrsg. v.d. Stadt Wolfach, Freiburg i.Br. 1988, S. 253-277. [Zum Text]
  11. S.H., 350 Jahre "Sonne" in Langenbach. In: ANK 16 (1965-04-24/30), Nr. 16, 17. Vgl. Schneider-Strittmatter, Die Stabsgemeinde Kinzigtal, S. 22, 73 (Jakob Vollmer). [Zum Text]
  12. Disch, Chronik Wolfach, S. 130. [Zum Text]
  13. Zum 30-jährigen Krieg vgl. Die Familie Glück und Die Familie Gebele. [Zum Text]
  14. Disch, Chronik Wolfach, S. 642. [Zum Text]
  15. Disch, Chronik Wolfach, S. 130. [Zum Text]
  16. Disch, Chronik Wolfach, S. 649. [Zum Text]
  17. Gasthaus Sonne, Langenbach 6. [Zum Text]
  18. Disch, Chronik Wolfach, S. 355. [Zum Text]
  19. Familiengeschichte nach: "Sonne" in Schenkenzell. In: ANK 15 (1964-06-13), Nr. 23. [Zum Text]
  20. Hotel Sonne, Reinerzaustraße 13. [Zum Text]
  21. WRP. [Zum Text]
  22. Albert Sandfuchs, Das Geschlecht Glück, Wolfach 1973 (Ms. im FSF); vgl. WCP, 9.11.1644. [Zum Text]
  23. Otto Schrempp, Häuser und Menschen. In: Weichenstellung für eine neue Vorstadt, Wolfach 1993, S. 20-25, hier S. 24; Albert Sandfuchs, 50 Jahre neuer "Zähringerhof". Aus der Geschichte eines Wolfacher Gasthofes. In: ANK 10 (1959-06-20), Nr. 25. [Zum Text]
  24. Disch, Chronik Wolfach, S. 486. [Zum Text]
  25. WCP. [Zum Text]
  26. Zum Gasthaus "Zur Sonne" vgl. Die Familie Schnetzer. [Zum Text]
  27. Disch, Chronik Wolfach, S. 547. [Zum Text]
  28. Disch, Chronik Wolfach, S. 626. [Zum Text]
  29. Disch, Chronik Wolfach, S. 629f. [Zum Text]
  30. Die Kriegsereignisse der Jahre 1638/39 sind verzeichnet in: Disch, Chronik Wolfach, S. 638f. [Zum Text]
  31. Disch, Chronik Wolfach, S. 642. [Zum Text]
  32. Die Kriegsereignisse des Jahres 1643 sind verzeichnet in: Disch, Chronik Wolfach, S. 642-644. Zu Guébriant vgl. Die Familie Vollmer und Die Familie Gebele. [Zum Text]
  33. WRP. [Zum Text]
  34. Disch, Chronik Wolfach, S. 486. [Zum Text]
  35. Vgl. Die Familie Neef. [Zum Text]
  36. WCP. [Zum Text]
  37. Disch, Chronik Wolfach, S. 647. [Zum Text]
  38. Ebd. S. 648. [Zum Text]
  39. Ebd. [Zum Text]
  40. Vgl. Die Familie Moser. [Zum Text]
  41. Disch, Chronik Wolfach, S. 654. [Zum Text]
  42. Vgl. Die Familie Mast. [Zum Text]
  43. Disch, Chronik Wolfach, S. 354f. [Zum Text]
  44. WRP. [Zum Text]
  45. Disch, Chronik Wolfach, S. 639f. [Zum Text]
  46. Ebd. S. 643. [Zum Text]
  47. WCP. [Zum Text]

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