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Die Familiengeschichten der Ahnenliste Rubin

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Die Familie Rubin <ABB>

Die Familie Rubin ist ein weit verzweigtes Müllergeschlecht im mittelbadischen Raum. [1] Ihr Wappen zeigt einen goldenen Fingerreif mit einem Rubin (Edelstein). [2] Ob diese Familie mit dem Minnesänger "Her Rubein" verwandt ist, der im Jahre 1228 erwähnt wird, erscheint fraglich.

Ein Hans Rubin <ABB-?H> war von 1573 bis 1607 Vogt in Brombach. Sein Sohn Hans <ABB-?G> übernahm dieses Amt in den Jahren 1622 bis 1645. Dieser erwarb in Binzen drei Mühlen. [3] Ob und wie diese Rubins mit dem aus Binzen stammenden Blasius Rubin <ABB-F> verwandt sind, konnte noch nicht urkundlich nachgewiesen werden, auch wenn vieles für eine direkte Verwandtschaft spricht, da Blasius in Köndringen Herrschaftsmüller wurde und deshalb wohl aus einer angesehenen Müllersfamilie stammen muss. Michel Rubin, der seit 1650 Thiergartenmüller in Lahr war, [4] könnte ebenfalls aus dieser Familie stammen, wobei er zeitlich gesehen wohl eher als ein Bruder denn als Vater von Blasius in Frage kommen dürfte.

Blasius' Sohn Benedikt Rubin <ABB-E> wurde um 1650 in Köndringen geboren. Am 8. Februar 1677 gab er seiner Heimatgemeinde ein Darlehen, weil diese sonst nicht die Kontributionen für die Truppen hätte zahlen können. [5] Daraus lässt sich auf den großen Reichtum seiner Familie schließen.

Benedikt leistete am 28. Dezember 1683 seinen Bürgereid in Lahr. Dort übernahm er die Klostermühle und wurde zudem in Dinglingen Reibenmüller. Eine weitere Mühle erbaute er im Jahre 1695 in Altenheim. Friedrich Magnus Markgraf von Baden und Hochberg schrieb ihm diesbezüglich: [6]

Unseren Gruß Lieber Getreuer!
Unterem Dato des 9ten February des verflossenen 1695ten Jahres haben wir ihme Benedikt Rubin dem unterthanen undt Müller zu Dinglingen die Auserbauung einer neuen Wahlmuhlen zu Altenheim von zweyen Ganzen nebst einem Reibbeth corrediret Ihme darbey von der Mahlmühlin zur beständigen Gült 34 Viertel Molzer und zum Reubenzinß 15 g. alljährlichen zu entrichten.
Datum Basel, 19. Jan 1697.
Friedrich Magnus

Die Altenheimer Mühle blieb bis zum Jahre 1735 im Besitz der Familie. Benedikt stiftete den Altar der Altenheimer Kirche, der aus Steinblöcken des alten Lahrer Schlosses bestand. Benedikts Sohn Friedrich <ABB-D> übernahm die Mühlen seines Vaters und erwarb zudem die Obere Mühle in Lahr, sein Enkel Philipp Jakob <ABB-C> wurde Müller in Hugsweier. Philipps Enkelin Magdalena Rubin <AB-B0> heiratete schließlich Karl Baum <AB-B>.

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Die Familie Zanckel <ABB.D>

Im Jahre 1608 wurden die Brüder Bartholomäus, Thomas und Nikolaus [7] Zanckel vom Kaiser für Verdienste in vielen Feldzügen gegen die Franzosen und Türken geadelt. [8] Sie durften nun den Zusatz "von Kippenheim" führen. 1612 bestätigte Kaiser Rudolf II. den Adelsbrief. Thomas Zanckel <ABBD-C>, der in Tübingen studierte, wird 1628 als Notar, danach als Amtsschreiber in Kippenheim und 1636 als Amtsschreiber in Lahr erwähnt.

Vor 1643 wurde Thomas' Sohn Johann Zanckel <ABBD-B> (1614-1691) Schultheiß in Lahr. Nach dem 30-jährigen Krieg war Johann der begüterste Einwohner von Lahr. In der Marktstraße besaß er außer dem Gasthaus "Zum Ochsen" ein großes Hausgrundstück sowie weitere Gehöfte in der Kirchstraße, an der Ecke Obertorstraße und am Brestenberg. Johann übte kein Gewerbe aus - er hatte durch seine vielen Güter ein reichliches Einkommen.

Während des Feldzuges der Franzosen 1690/91 im Spanischen Erbfolgekrieg, durch den viele Lahrer zur Flucht aus ihrer Heimat gezwungen waren, kam Johann Zanckel 1690 nach Schiltach. Er konnte aufgrund seines Reichtums und Adelstitels in der Herren-Herberge "Zum hohen Haus" einkehren, wo er 1691 starb. In der alten Schiltacher Kirche, vom Altar aus gesehen auf der rechten Seite, befand sich das Grabmal Zanckels. [9] In die schmiedeeiserne Arbeit eingearbeitet waren folgende Worte zu lesen: [10]

Hierunter ligt und ruhet der Wohl Edel Vöste und Hochgeachte Herr, Herr Johannes Zanckel, gewesener Schultheiß in der Statt Lohr, welcher geboren worden d. 13. Januarii 1614 zu Kippenheim, MarkGraf Badischer Herrschaft. Sein Leben hat er löblichst und rühmlichst geführt, und seelig beschloßen zu Schildtach, d. 4. Novembr 1691, seines Alters im 78. Jahr weniger 2 Monath und 9 Tag. Die Seele ruhet in der Hand des HErrn, der Verleyhe dem Leib am jüngsten Tag eine fröhl. Auferstehung.

Pastor Orth, der von 1762 bis 1769 in Schiltach tätig war, beschrieb in einer Anmerkung zum Todeseintrag Zanckels im Schiltacher Kirchenbuch ausführlich das Grabmal: [11]

Oben auf dem Kreuz ist ein gemalter Totenkopf neben zwei im Feuer vergoldeten Engeln auf beiden Seiten, und zuoberst ist Christus der auferstandene Siegesheld. Inwendig im Kästlein stehet obige Inschrift auf einer Seite, aber auf der andern Seite ist das Zankelsche Wappen, drei Sternlein auf einem Zwerchbalken, und die Worte 'Christus ist mein Leben'. Unten im Kästlein liegt H. Zankel auf der Bahre gemalt. Inschrift: 'Er ist nicht tot, sondern er schläft' und ferner darunter: 'Der Himmel ist mein Leben, zum Himmel hab ich mich aus dieser Welt begeben.'. Dies setzte um der Bekanntschaft und Verbindung willen mit einer Zankelischen Descendentin, die mit Herrn Vigera zu Nonnenweier verehelicht ist, in dieses Buch zum Andenken Pastor zu Schiltach M. Joh. Friedrich Orth.

Am 6. Dezember 1691 wurde in der Stiftskirche von Lahr von dem "Special-Superintendenten und Pfarrer daselbst Johann Morstatten" ein Trauergottesdienst für den "Edlen, fest und hochgeachtenen Herrn Johann Zankel, vieljährigen und um verschiedenen gnädigsten, sowohl fürst- als gräfliche Herrschaften, absonderlich aber der Stadt Lahr im Breisgau wohlverdienten Schultheißen" abgehalten. Die Predigt erschien 1692 als Druck; ein Exemplar davon befindet sich heute in der Badischen Landesbibliothek. [12] Der Predigt folgt im Druck ein Gedicht, das M. Joh. Pannifex, Pfarrer in Röteln, für seinen "seeligen Herrn Großvatern" schrieb.

Der Vormund von Christian Zanckel <ABBD-A> (1668-1721) war bis zu Christians Volljährigkeit der Ratsherr und Drechsler Johann Christoph Carl (Caroli). Christian gehörte 1706 zu den 18 reichsten Bürgern in der ersten Vermögensklasse in Lahr. Trotz seiner bürgerlichen "Hantierung" versuchte er sich die Privilegien des Adels bestätigen zu lassen. Am 28. April 1721 schrieb er an Markgraf Karl von Baden, dieser möge ihm und seinen Nachkommen von allen "Personalbeschwerden indistincte gnädigst excimieren". Sein Antrag wurde abgelehnt.

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Die Familie Müller <ABBC.B>

Ursinus Müller <ABBC.B-A> [13] gründete mit anderen Lahrer Bürgern, darunter Michael Köbelin <ABB.DA-A>, eine kleine Hanf- und Zwilch-Handelsgesellschaft und gehörte zu den 18 reichsten Bürgern in Lahr. Er erwarb bei seiner ersten Heirat mit Anna Katharina Vieser den Hof von Martin Zeller in Lahr-Burgheim. Am 17. März 1679 kaufte er die Hofstatt des verstorbenen Kantengießers Carl Günther in der "Endengaß" (Blumenstraße 5) und besaß ein Haus an der "Kirchgaß" (Kirchstraße 16). Ursinus brachte bei Handelsfahrten in unruhigen Zeiten wertvolle Fahrnisse und andere Habseligkeiten nach Wolfach, Schaffhausen und anderswo.

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Anmerkungen

  1. Siehe Nachfahrenliste im 5. Kapitel. Emil Ells Rubin-Chronik ist mir momentan nicht zugänglich. Vgl. Emil Ell, Mühlen und Müllergeschlechter in Lahr. In: AV 43 (1985), S. 29-31, 33-35, 40, 42f., hier S. 33-35. [Zum Text]
  2. Abb. in Marie Sonneborn, Alte Lahrer Geschlechter. Morstadt/Rubin. In: AV 2 (1935), S. 126f, 129-131, 133f, hier S. 134. [Zum Text]
  3. Winfried Knausenberger, Die Sippe Rubin. In: AV 25 (1967), S. 6. [Zum Text]
  4. Ell, Mühlen und Müllergeschlechter in Lahr, S. 34f. [Zum Text]
  5. Karin Ehrler, Vom Korn zum Brot. Vom Getreideanbau, dem Müllerhandwerk und den Bäckereien in Teningen, Köndringen, Nimburg und Heimbach. In: s'Eige zeige. Jb. d. Landkreises Emmendingen f. Kultur u. Geschichte 1 (1987), S. 61-79, hier S. 73. [Zum Text]
  6. Sonneborn, Alte Lahrer Geschlechter, S. 129. Dort auch das Testament seines Sohnes Benedikt II. Rubin und seiner Tochter Magdalena Rubin. [Zum Text]
  7. Nikolaus ist in den OSB Kippenheim und Orschweier verzeichnet. [Zum Text]
  8. Familiengeschichte nach: Winfried Knausenberger, Eine Stadt erhebt sich aus den Trümmern. In: AV 15 (1958), S. 45, 61f. [Zum Text]
  9. Wo sich das Grabmal heute befindet, konnte ich noch nicht klären. [Zum Text]
  10. Zitiert n. Knausenberger, Eine Stadt erhebt sich aus den Trümmern [1958], S. 61. [Zum Text]
  11. Zitiert n. Theodor Schauenburg, Lahrer Sippenforschung. In: AV 4 (1937), S. 145f. [Zum Text]
  12. Johannes Morstatt, Herr, meine Hülf... [Leichenpredigt auf Johann Zanckel, Schultheiß zu Schiltach, + 4.11.1691], o.O. 1692, 56 S. (BLB Standnummer O 42 B 62,8 [Nr. 6 in Badensia Bd. 8].) Zu Johannes Morstatt vgl. Knausenberger, Eine Stadt erhebt sich aus den Trümmern [1958], S. 53f. [Zum Text]
  13. Winfried Knausenberger, Eine Stadt erhebt sich aus den Trümmern. In: AV 15 (1958), S. 45f, 49f. [Zum Text]

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